WINSTONlinks – ein Stück Schottland im Herzen von M-V

Lange habe ich auf das letzte Wochenende und die Eröffnung des Golfplatzes WINSTONlinks hingefiebert. Ich hatte die Ehre bei diesem großen Ereignis dabei zu sein und gebe euch einen kleinen Einblick in den Tag und meine Eindrücke vom neuen Golfplatz.

Die Wetterprognosen für Samstag, den 02.07.2011 waren miserabel. Die ganze Nacht hatte es geregnet und ich hoffte inständig, es möge zum Morgen hin aufhören. Vergebens.

Als ich bei WINSTONgolf ankam, bestand die erste Aufgabe also darin, alles regenfest zu machen. Auf dem Parkplatz hörte ich dann schon heraus, dass das Teilnehmerfeld international geprägt war. Es wurde viel Englisch und Niederländisch gesprochen.

Dudelsackspieler zaubern schottisches FeelingNach der Akkreditierung im Clubhaus ging es auf die Driving Range. Hier konnte ich noch ein paar Bälle schlagen, bevor es um Punkt 09:00 Uhr zum Abschlag 10 gehen sollte. Hier wurde der „goldene Ball“ – also der erste offizielle Abschlag – gespielt.

Als ich mich auf dem Weg zur 10 begab, hört ich auf einmal den charakterischen Klang von Dudelsäcken. Tatsächlich kamen vier Dudelsackspieler und zauberten schottisches Feeling – unterstützt von leichtem Nieselregen versteht sich…

Das war der ideale Rahmen für diese Eröffnung und brachte mich die Teilnehmer schon mal in die richtige Stimmung.
Als ich vom Abschlag der Bahn mal etwas genauer in Richtung Fairway schaute, sah ich ein unglaublich onduliertes Fairway mit Höhenunterschieden von über zwei Meter und bedrohlich wirkenden Topfbunkern. Ich konnte erahnen was uns an diesem Tag erwarten würde.

Bahn 10 vom WINSTONlinks bei der Eröffnung

Der erste offizielle Abschlag

Der Betreiber des Golfanlage WINSTONgolf – Wijnand Pon – hielt eine kurze Eröffnungsrede und erwies einem alten Weggefährten – ein 86jähriger Schotte – die Ehre, den ersten Abschlag zu machen. Ihm gelang ein für sein Alter verdammt guter Abschlag. Damit war der Platz offiziell eröffnet. Das habe ich, wenn auch ein wenig verwackelt, für euch festgehalten.

https://www.youtube.com/watch?v=W9pO_00QyE4

Nach der offiziellen Eröffnung führten uns die Marschals an die jeweiligen Bahnen. Für die nächsten 6 Stunden (!) waren wir jetzt auf dem WINSTONlinks unterwegs.

Der WINSTONlinks

Ansicht des Golfplatzes WINSTONlinks Es fällt mir schwer diesen Platz mit Worten zu beschreiben. Er hat mich tief beeindruckt.

Der Betreiber hat einen sensationellen Golfplatz geschaffen, der seinesgleichen sucht.

Optisch wirkt der WINSTONlinks bedrohlich. Seine bis zu 10m hohen Dünen ragen wie Kathedralen heraus und betten das stark zerklüftete Fairway ein.

Das Fairway selbst ist tückisch und extrem onduliert. Es gibt kaum Stellen an denen der Ball auf ebener Fläche liegt.

Mittendrin ist es gespickt mir zahlreichen Roughinseln. Hinzu kommen die teilweise mannshohen Topfbunker, die für Spieler jeder Spielstärke strategisch gefährlich platziert wurden.

Topfbunker an Bahn 12 - WINSTONlinksDie Grüns sind nicht weniger anspruchsvoll, obwohl sie in Folge des Regens an diesem Tag sehr langsam waren.

An vielen Bahnen muss man vom Herrenabschlag erst mal über 100m weit schlagen, um überhaupt das Fairway zu erreichen.

Die Dünen links und rechts bilden eine natürliche Barriere – man könnte meinen, sie helfen die Streuung ein wenig einzudämmen.

Das stimmt auch, aber fliegt ein Ball in die später grün bewachsenen Dünen (derzeit noch recht kahl), hat der Golfer ein schier unmöglichen Stand – fast jeder Ball wäre nahezu unspielbar oder im Rough verloren.

Wir durften hier während des gesamten Turniers allerdings immer besser legen.

Blick auf Fairway und Grün - WINSTONlinksWer auf dem WINSTONlinks gut scoren will, muss definitiv lang und präzise spielen.

Wenn mir auf der Runde auf den Par 4- und Par 5 – Bahnen ein guter 250m-Drive gelang, dann war das für den zweiten Schlag genau die richtige Distanz, um sich gut in Position zu bringen.

Gerieten die Drives eher kürzer, half nur vorlegen, denn ansonsten drohte ein blinder Schlag. Auf diesem Platz eine Dauerkarte für das Triple-Bogey.

Nicht zuletzt deshalb steht außer Frage, dass der WINSTONlinks ein Platz für Könner ist.

Im weiteren Verlauf des Turniers setzte heftiger Dauerregen und böiger Wind ein. Die Kälte und Feuchtigkeit nahm überhand. Es waren tatsächlich schottische Verhältnisse – es hätte passender nicht sein können.

Trotzdem war es natürlich schade, denn ich glaube viele Spieler hatten mehr mit sich, der Kälte (13° C im Juli!) und dem Wetter zu tun, als sich an diesem fantastischen Golfplatz zu erfreuen.

Die Abendveranstaltung

Nachdem wir morgens gegen 09:30Uhr gestartet waren, verließen wir um 15:30Uhr völlig durchnässt die letzte Bahn.

Sektemfang bei der Abendveranstaltung - WINSTONlinksIm Anschluß nahm ich gleich eine heiße Dusche und wartete bis zur Abendveranstaltung. Die war ursprünglich als Open-Air geplant, wurde jedoch nach innen verlegt.

Durch den Anbau an das alte Clubhaus verfügt WINSTONgolf jetzt über eine sehr große Veranstaltungsfläche. Die gefühlten 500 Personen (wahrscheinlich noch mehr?!) verteilten sich gut in den Räumlichkeiten.

Bei Livemusik, Cocktails und flying Buffett genossen wir den Abend und fuhren nach einem anstrengenden Tag wieder nach Hause.

Fazit

Mit dem WINSTONlinks haben die Betreiber tatsächlich ein Stück Schottland mitten in unser schönen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern geholt.

Der Platz wurde bereits im Vorfeld vom Golfmagazin als bester junger Platz 2011 in Deutschland ausgezeichnet und ohne die Konkurrenz näher zu kennen, behaupte ich, dass daran keinerlei Zweifel besteht. Der WINSTONlinks ist ein außergewöhnlicher Platz mit einzigartiger Architektur.

Allerdings denke ich, dass er für den typischen Golftouristen und „normalen“ Greenfeespieler mit Handicap um die -30 zu schwer ist. Wer allerdings die sportliche Herausforderung liebt und / oder sich an einem faszinierenden Platz erfreuen will, der sollte hier unbedingt spielen.

Natürlich muss man auch über das nötige Kleingeld verfügen. Der Betreiber ruft für WINSTONlinks 120€ als Greenfee auf.

Es ist klar – der WINSTONlinks ist ein Prestigeobjekt und genießt vermutlich den Luxus nicht zwingend ausgelastet werden zu müssen. Wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, dann wird hier vielleicht in den nächsten Jahren international (European Tour?) gespielt. Das Zeug dazu hat der Platz allemal.

Wir können uns glücklich schätzen, dass der Betreiber über so viele monetäre Mittel und Leidenschaft verfügt und seine Vision hier bei uns in M-V wahr gemacht hat…

Vielen herzlichen Dank an WINSTONgolf für die Einladung zur Eröffnung, die Möglichkeit diesen Platz zu spielen und für dieses einmalige Erlebnis…

Wann bucht ihr eure Startzeit auf dem WINSTONlinks? Berichtet uns hier, wie euch der Platz gefallen hat!

Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

6 Kommentare

  1. Also Highland Cathedral als Hintergrundmusik für den Goldenen Ball ist schon cool.
    Das mit den schottischen Verhältnissen meinst du doch sicher nicht ernst? Statistisch regnet es in Deutschland mehr als in Schottland. Aber an Live Dudelsack Musik zum Golfen könnte ich mich schon gewöhnen.

    Wenn die European Tour dort mal gastiert, dann komme ich sicher auch mal wieder nach Norden.

    bis denne
    rebel

  2. Einziges Problem dieses neuen Platzes, was auch du sicher nicht von der Hand weisen kannst, ist … die Lage. Ich will jetzt nicht behaupten, Gneven läge am A der Welt. Doch objektiv betrachtet wird es deutschlandweit nicht einfach mal so viele Golfer dorthin ziehen – eben aufgrund der Distanzen (http://maps.google.de/maps?q=Kranichweg+1+19065+Gneven&hl=de&ll=51.412912,10.722656&spn=10.518007,28.125&sll=52.264148,10.52638&sspn=0.322326,0.617294&z=6). Durch deinen Wohnort bedingt fällt dir das vielleicht nicht so deutlich auf. Gruß, Thomas.

  3. Da hast du ja wieder einmal ordentlich was erlebt. Mit der Aufmachung der Einladung, die du ja schon beschrieben hattest und der Eröffnung schien es, bis auf das Wetter, eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen zu sein. Die Bagpipeplayer könnten als musikalische Umrahmung ruhig eine feste Institution werden. 🙂

    Die Antwort auf deine Frage nach der Startzeit kann nur lauten: Wenn ich das nötige Kleingeld zusammen habe. Ich fange schon mal an…..

    Sollte die European Tour gastieren, plädiere ich für eine Bildungsreise organisert durch golfen-mv.de.

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