Tom Schmitz: Ein Golf-Talent aus Mecklenburg-Vorpommern

Immer mehr Menschen in MV golfen. Unter ihnen viele Jugendliche. Zu den größten Talenten zählt der Schweriner Tom Schmitz.

Schwerin – Golf? Ein Sport? Eher ein Spaziergang. Ältere, reiche Menschen würden sich die Zeit vertreiben und ein paar Bälle versenken. So lauten die Vorurteile und so ähnlich sahen es Freunde von Tom Schmitz, bis sie es selbst probierten und merkten: So einfach ist Golfspielen nicht.

Tom SchmitzGolfer müssen bis zu zehn Kilometer zurücklegen und sich dabei hunderte Male voll konzentrieren“, betont Schmitz, der für das Ostsee-Golf-Resort Wittenbeck spielt und als eines der größten Talente Mecklenburg-Vorpommerns gilt.

Für ihn ist Golf „Hochleistungssport“.

Der 17-Jährige steht damit nicht alleine: Immer mehr junge Menschen greifen zum Schläger.

Schmitz beobachtet sich. Auf einem Bildschirm. Keine falsche Bewegung, kein falscher Handgriff, nichts entgeht ihm, denn ein winziger Fehler kann wichtige Meter kosten.

Wenn ich den Ball weit schlage und ihn um einen Grad falsch treffe, verfehle ich mein Ziel um Einiges“, sagt Schmitz, der im Training seinen Bewegungsablauf immer wieder analysiert und korrigiert. Dabei muss er Wind und Wetter, Platzverhältnisse und Schlägermaterial berücksichtigen.

Der Schweriner muss präzise spielen, Rhythmus und Kraft vereinen. Entscheidend sei die Psyche. Er betont: „In jedem Sport kommt es auf die mentale Stärke an, aber hier ist es extrem.

Zwei berühmte Beispiele unterstützen die These: Die Leistungen von Tiger Woods fielen rapide ab, nachdem seine Eskapaden bekanntwurden. Jungstar Martin Kaymer dagegen erlebte 2010 mit Major-Sieg, Ryder-Cup-Debüt und „Race-to-Dubai“-Triumph das erfolgreichste Jahr seiner Karriere. Die Experten staunten – wegen der enormen mentalen Kraft des Deutschen.

Schmitz kann aus eigener Erfahrung berichten: „Als ich zum ersten Mal davorstand, ein 18-Loch-Spiel mit 72 Schlägen zu absolvieren, schlotterten mir die Knie. Da musste ich cool bleiben.“ Die 72 ist beim Golf eine magische Zahl: In der Regel sind so viele Schläge dafür vorgesehen, eine Platzrunde zu beenden. Das schaffen jedoch nur die Profis.

Schmitz benötigt im Schnitt 75,2 Schläge. Sein Handicap, das aus der Differenz hervorgeht und seine Spielstärke angibt, liegt daher bei (minus) 3,2.
Er sagt: „Jeder, der unter zehn kommt, schmeißt eine Party.

Spitzenspieler haben kein Handicap mehr. Dennoch errechneten Experten, dass der Wert von Tiger Woods bei (plus) 7 liegen müsste. „Unvorstellbar“, sagt Schmitz, dessen Talent nicht dazu reiche, Profi zu werden.

Dass hätte ich nur packen können, wenn ich mit sechs Jahren angefangen und meine Eltern mich getriezt hätten.“ Und er in Baden-Württemberg oder Bayern aufgewachsen wäre, denn hierzulande sind die sportlichen Strukturen schwach ausgebildet.

Wir haben Nachholbedarf“, sagt Rüdiger Born, Präsident des Golfverbandes Mecklenburg-Vorpommern, „aber erst einmal mussten wir wirtschaftlich tragfähige Golfanlagen aufbauen.“ 1990 gab es nicht einen Platz in MV, heute sind es 17. Inzwischen hat sich der Sport in der Region als Tourismus- und Wirtschaftsfaktor etabliert: Bis zu 400.000 Übernachtungen von Golftouristen werden jährlich gezählt.

Die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich in zehn Jahren verzehnfacht: Sie stieg von rund 1.000 auf 11.500 Golfer. „Unter ihnen finden sich viele junge Leute“, sagt Born, der hofft, dass Kaymers Erfolge „einen zusätzlichen Schub geben werden.

Plätze, Zulauf, Vorbilder – die Voraussetzungen sind geschaffen, jetzt soll der Leistungssport gefördert werden. Gespräche mit dem Landessportbund laufen, es geht um die Errichtung eines Landesleistungszentrums. Wann der erste Deutsche Meister aus Mecklenburg-Vorpommern kommen wird, vermag Born jedoch nicht zu sagen.

Tom Schmitz will 2011 bei den Jugendmeisterschaften noch einmal angreifen, im Vorjahr drang er bis ins Regionalfinale vor. Danach wird er sich aufs Abitur konzentrieren. Später möchte er „was mit Zahlen machen“ – um die 72 wird sich dann aber nicht mehr alles drehen.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde freundlicherweise von André Wornowski, einem jungen talentierten Autoren, der für die regionalen Tageszeitungen schreibt, verfasst.
Vielen herzlichen Dank!

Bild: copyright Familie Schmitz

Über Dennis Born 504 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

1 Kommentar

  1. Ich konnte 2008 erleben, wie Tom Schmitz bei uns in Wittenbeck als „Jungspunt“ die Clubmeisterschaften gewann und zusammen im Flight mit Max Arlt (Hcp. -0,8) und Mathias Wißotzki (Hcp. -2,5), beide Landesmeister M-V, (Mathias Wißotzki zusätzlich dmals schon 5-facher Clubmeister in Wittenbeck) ganz cool den letzten Putt auf der 18 Lochte und somit gewann.
    Ich belegte damals rumreich den 5. Platz – von hinten… 😉

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