Golfplatztest: Golfplatz Schloss Ranzow nach Erweiterung mit 18 Loch bespielbar

Seit dem 1. Juli ist die Erweiterung des Golfplatzes von Schloss Ranzow auf 18 Loch zum Spiel freigegeben. Der Kurs im Nordosten von Rügen, oberhalb von Lohme, hat nun ein Par von 71 bei 5.397 Metern von Gelb und 4.584 Metern von Rot. Golfen M-V hat sich „den Neuen“ genauer angeschaut.

Der Golfplatz Schloss Ranzow: Auch die neun neuen Bahnen fügen sich harmonisch ins Gelände ein.

Zwei Dinge fallen oben auf der Ranzower Höhe direkt auf: Die neue zweite Schleife des Schlossplatzes ist ebenso harmonisch ins Gelände eingebettet wie die Front Nine, und das Panorama der Ostsee ist so atemberaubend wie eh und je. Nach einigen Warm-up-Schlägen auf der Driving Range geht‘s am über 100 Jahre alten Schloss Ranzow mit seinem Boutique-Hotel sowie dem Appartementhaus der Hotelanlage vorbei zum ersten Abschlag.

„Augen links!“ möchte man sagen, denn dort erstreckt sich der Platz mit dem frischen Grün der neuen Bahnen bis zum Buchenwald am Saum der Steilküste, dahinter verschmelzen Ostsee und Himmel in blau.

Der Blick vom ersten Abschlag belohnt

Ein bedeutender Golfplatz-Architekt hat mal gesagt, der Blick vom ersten Abschlag sollte den Spieler für die Golf-Entscheidung belohnen. Das Bild allein ist es definitiv wert, auf die Halbinsel Jasmund und nach Ranzow zu fahren, sich die Zeit für eine Runde zu nehmen. Schon segelt der Ball das Fairway hinunter, schön ausladend ist es, genug Raum verhindert möglichen Frust, und das Grün erscheint zum Greifen nahe.

Aussichtsreiche Runde: Der Blick aufs erste Grün mit dem vierten Fairway dahinter.

„Großzügigkeit, Leichtigkeit, Spaß und Erfolg als oberste Maxime“ haben Golfarchitekt Holger Rengstorf bei der Konzeption geleitet: „Die Gäste auf Schloss Ranzow sind nicht ausschließlich Spitzenspieler. Es ist ein Platz für Urlauber und Freizeitgolfer. Sie sollen in der Lage sein, ein Grün frühzeitig zu erreichen und damit die Chance auf ein Par zu haben.“ Das ist gegeben. Der Platz ist kein Monster, schiere Länge für einen guten Score nicht ausschlaggebend. Vielmehr gilt es, die subtil modulierten Grüns gut zu lesen.

Und: Trotz der breiten Bahnen für die Annäherung an die Fahne einen günstigen Platz auf dem Fairway zu finden, schadet auch nicht. Loch 3 ist ein gutes Beispiel. Der Bunker im Linksknick zum Grün empfängt all jene Bälle, die auf einer übermütigen „Tiger Line“ hangab geschickt wurden. Die Kugel ein wenig weiter rechts platziert, und prompt eröffnet sich auf dem 289 Meter lange Par 4 die Birdie-Chance.

Das Grün von Loch 9: Die Front Nine endet jetzt mit einem 129 Meter (von Gelb) langen Par 3.

Nach Loch 5 als erstem Par 3 unten an der Steilküste führt das Layout auf den neuen Teil des Golfplatzes von Schloss Ranzow. Die 6 zieht sich ebenfalls am Waldrand entlang und ist ein durchaus kniffliges Par 5 (475 Meter), der Schlag auf das nicht allzu große Grün muss über einen ebenfalls jüngst angelegten Teich. Das siebte Loch (Par 4) liegt etwas abseits, ist leicht ansteigend und mit dem irritierenden Bunker mitten im Fairway – eigentlich ist der gar nicht im Spiel – sowie dem gut bewachten Grün eine nur 244 Meter lange, aber echte „Schönheit“. Die Front Nine endet jetzt mit einem weiteren Par 3 direkt unterhalb des historischen und denkmalgeschützten Herrenhauses.

Blick zurück: Die Fahne der 11 am Ende der 304 Meter langen Bahn, im Hintergrund das 12. Grün.

2011 hat auf Schloss Ranzow alles mit der Driving Range, den Kurzspiel- und Putt-Arealen sowie den ersten drei Bahnen des heutigen Kurzplatzes rund ums Schloss begonnen. „Ich dachte damals: Die Welt schaut auf uns, jetzt strömen die Golfspieler her. Von wegen!“, erinnert sich Hausherr Wolfgang Zeibig. „Natürlich sind ein paar Leute gekommen, aber die meinten, das sei ja viel zu wenig, und fragten nach einem richtigen Golfplatz.“ Also wurde Rengstorf mit der Planung der ersten neun Löcher betraut, im Juni 2015 fand die offizielle Eröffnung statt. Bereits vier Monate später erfolgte der erste Spatenstich für die Erweiterung. Der Designer aus dem niedersächsischen Dörverden nennt sein finales Werk auf rund 60 Hektar „einen gefälligen Platz, fair und ruhig“.

Munter blüht die Wiese: Blick aus dem seitlichen Hard Rough aufs 13. Grün.

Spektakulär wird‘s allerdings, wenn der Küstenwind mal nicht als laues Lüftchen weht, sondern als kräftige Brise. „Dann liegt ein Hauch von Linksgolf in der Luft“, sagt Peter-Paul Mittelstädt, der als Mitglied des Military Golf Teams Germany so was wie Ranzows sportliches Aushängeschild ist. Und man wünscht sich, dass die Halme im Rough immer so niedrig stehen wie jetzt. Wenn an der heutigen 10, einst die 7, beim Abschlag erst ein scheinbares Meer von Schwingelgras überwunden werden muss, dann packt man an diesem Par 5 den Driver doch unwillkürlich etwas fester. Der Kopf spielt halt mit.

Gelungenes Arrangement: Im Vordergrund das zehnte Grün, dahinter die 5, getrennt vom Fairway der 16.

Der gesamte Platz ist übrigens vorwiegend mit dem ökologisch wertvollen Festuca eingesät. Und es gibt ausgedehnte Bereiche von Wildwiesen, auf denen gerade zu dieser Jahreszeit die Ackerblumen in allen Farben blühen, zwischen Halmen und Blüten sirrt, summt oder brummt eine reichhaltige Insektenfauna. Für den, der gerade schlägt, bleibt es ein optisches Vergnügen. Die Fairways sind von Head-Greenkeeper René Krosse und seiner Crew allenthalben weit genug ausgemäht, um geringe „Verirrungen“ zu tolerieren. Schwieriger ist es da schon, angesichts der immer wieder grandiosen Aussichten mit der Konzentration beim Spiel zu bleiben. Wie auf der 13, wo sich beim leicht aufwärts führenden Weg zum Grün die Ostsee-Kulisse noch einmal besonders eindrucksvoll entfaltet.

Aussicht auf eine Golfbahn des Golfplatzes Schloss Ranzow
Grandiose Kulisse: Beim Weg zum 13. Grün spielt der Ostsee-Blick konzentrationshemmend mit.

Apropos Erschwernis: Das Finale auf dem Golfplatz Schloss Ranzow hat es durchaus in sich. Die 16 ist mit 506 Metern vom Herren-Tee das längste Par 5, führt aber leicht nach unten, so dass es absolut machbar ist, die auf direkter Linie durch einen Bunker geschützte Fahne mit dem dritten Schlag zu attackieren. Die 17 ist das letzte Par 3, der Ball muss über einen Teich aufs Grün, während die Gedanken schon beim Belohnungstrunk auf der Hotelterrasse sind. Dafür ist das Durchatmen nach der 18, die als längstes Par 4 des Platzes noch mal knackige 375 Meter hügelaufwärts führt, tatsächlich redlich verdient.

Fazit zum Golfplatz Schloss Ranzow

Fazit: Mit seinen harmonisch arrangierten Löchern, garniert von klug platzierten Bunkern, herausfordernden Wasserhindernissen und samtig-spurtreuen Grüns, sowie den grandiosen Aussichten übers Land und aufs Wasser ist der Golfplatz Schloss Ranzow ein Must-Play für Golfer und Golfgäste in Mecklenburg-Vorpommern.

(Alle Fotos: Golfplatz Schloss Ranzow/Stefan von Stengel)

Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

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