Golf und Archäologie im Golfpark Strelasund

Bei den Baumaßnahmen für die Erweiterung des Insel-Courses im Golfpark Strelasund sind die Bagger auf eine uralte Siedlung aus der Bronzezeit gestoßen.

Die Funde sind ungefähr ca. 2500 bis 3000 Jahre alt und erstrecken sich über eine Fläche von etwa 30 Hektar.

Golfpark Strelasund

Laut Osteezeitung ist es eine der größten oder sogar die größte Siedlung aus dieser Epoche, die bisher in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt wurde.

Das bedeutete natürlich erst mal Baustopp!

Daraufhin nahm das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege die Arbeit auf.

Vom 4. Oktober bis 20. November wurde auf Teilflächen des gesamten Baugebietes die Oberbodenschichten mittels Kettenbagger und Raupe abgetragen und die archäologischen Funde gesichert.

Gefunden wurden bei diesen Feldarbeiten unter anderem: Feuerstellen, Öfen, Urnengräber, Keramik und eine Wasserentnahmestelle. Des Weiteren ein Komplex von drei Gebäuden, der nach Aussage des leitenden Archäologen Dirk Röttinger „eine der wenigen in Mecklenburg-Vorpommern nachweisbaren Hofstellen jener Epoche darstellt.“, so berichtet die OZ.

Die Funde werden jetzt für die Nachwelt präpariert und konserviert.

Golf und Archäologie - was für eine Mischung

Golfpark Strelasund - Siedlung aus der Bronzezeit

Was den Archäologen leuchtende Augen bereitet – erfreut die Golfplatzbetreiber hingegen weniger, denn der Bauherr hat die Kosten der Ausgrabungen zu tragen.

So können vorher nicht eingeplante Kosten in Höhe von mehreren 10.000 € zusammen.

Wollen wir hoffen, dass die Golfsaison im nächsten Jahr früher beginnt und die Remers im Kaschow einen Teil der Kosten wieder reinholen können.

Weiter geht’s mit der Erweiterung des Insel-Courses im Frühjahr 2011.

Im einem der nächsten Artikel werdet ihr hierzu ein paar weitere Informationen erhalten.

Bis bald,

Euer Dennis Born


Artikel bei der OZ
Bilder: © Andreas Lukasch

Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

3 Kommentare

  1. Interessant ist das auf alle Fälle – Geschichtlich gesehen. Hier bei uns hatten wir das bei der Gewerbegebietserweiterung auch.
    Leider erfährt man hinterher nicht was aus dem ganzen Zeug wird.

    bis denne
    rebel

  2. Ersteinmal finde ich es erfreulich, wenn von unseren archäologischen Arbeiten Notiz genommen und darüber berichtet wird. Auch die kurze prägnante Darstellung der Ergebnisse ist korrekt . Doch möchte ich noch hinzufügen, daß kein Baustopp verhängt wurde. die Bauarbeiten wurden also nicht unterbrochen, sondern die Ausgrabungen fanden im Vorfeld der Golfplatzerweiterung statt, bzw. baubegleitend beim Abtragen des Mutterbodens für die Bunkerflächen.
    Die Kosten für die Ausgrabungen sind für einen privaten Investor natürlich relativ hoch. Aus diesem Grund beschränkten wir die Maßnahme auch nur auf die Bunkerflächen, wo Eingriffe in den Boden vorgesehen waren.
    Daß der Verursacher hierzulande die Kosten alleine tragen muß, ist gesetzlich festgelegt und leider sowohl für Investoren, als auch für Archäologen von Nachteil.
    Die Ergebnisse der Kaschower Grabung fließen in die aktuelle bronzezeitliche Siedlungsforschung ein und werden in Fachpublikationen veröffentlicht. Den wissenschaftlichen Aufsatz erarbeitet der Archäologe dabei schon unbezahlt in seiner Freizeit. Gerne würden wir die Ergebnisse auch einem breiteren Publikum bekannt machen, doch auch Museen und Ausstellungen kosten Geld. Die finanzielle Ausstattung der Landesarchäologie macht dies leider nur in geringem Umfang möglich.

    • Hallo Herr Röttinger, danke für die Ergänzung beziehungsweise Richtigstellung des Artikels.
      Schön das auch nochmal aus der anderen Perspektive zu sehen.

      Viele Grüße
      Dennis Born

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