Motoröl für den Sport: Sponsoring!

Liebe Leser,

einige von Ihnen wissen vielleicht, dass ich den Fleesensee Blog schreibe. Dort habe ich vor einigen Tagen einen Blog-Artikel zum Thema Sponsoring veröffentlicht.

Es ist ehrlich gesagt kein Schönwetter-Artikel – aber dafür ist die Thematik auch zu wichtig. Dennis Born und ich sind überein gekommen, den Artikel hier noch mal zu veröffentlichen. Daher hier – mit ein paar Anpassungen versehen – hier noch mal der hoffentliche Stein des Anstoßes.

EPD Tour - SponsoringAuslöser für diesen Artikel ist mein Gedankengang, dass wir die Tragweite der vielen großen und kleinen Sponsoring-Engagements aus der Wirtschaft oftmals gar nicht richtig abschätzen.

Tatsächlich macht aber erst die Beteiligung von Wirtschaftspartnern eine leistungssportliche Entwicklung möglich… zumindest kenne ich keinen Verband, der heute noch ohne Sponsoren auskommt. Und sehr oft (um nicht zu sagen „immer“) hängt auch eine ordentliche breitensportliche Nachwuchsförderung von Transferleistungen ab.

Fußball ist ein Paradebeispiel, weil es eine so weit verbreitete und akzeptierte Sportart ist. Aber das Problem haben im Grunde alle Sportarten und Kulturtreibenden. Keiner kann für sich alleine auf hohem Niveau bestehen und dabei noch von sich aus wirtschaftlich arbeiten.

Wie wichtig Sponsorings insgesamt sind – und wie sinnstiftend sie wirken – würden wir tatsächlich erst sehen, wenn sie nicht mehr da wären. Es gäbe so gut wie keine Kulturveranstaltungen für Erwachsene. Kinder würden „irgendetwas“ machen, aber wahrscheinlich keinen pädagogisch hinterlegten Sport. Und Fußballer wie Lionel Messi oder Profigolfer wie Tiger Woods hätte es nie gegeben. Wenn wir uns vorstellen, dass die derzeit eingesetzten Sponsoringgelder in die übliche Werbung gehen würden, hieße dies, dass wir weniger klassische Open Air Konzerte Besuchen, und stattdessen noch mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen – wo wir aber nicht einmal den schönen Spielfilm sehen, sondern vielmehr die Werbespots, die den Film unterbrechen.

Wenn Leute wie ich Veranstaltungen organisieren, ist dies für uns immer mit dem Putzen von Klinken verbunden, denn erst die Einbindung von Partnern und deren Budgets macht eine Veranstaltung zu einem Event, wie man ihn erleben möchte. Der unmittelbare Wiedererkennungswert dieser eingebundenen Unternehmen hängt natürlich immer auch davon ab, wie viel Mühe wir uns in der Organisation geben. Aber langfristige Engagements werden stets auch daran festgemacht, ob ein Sponsoring für das unterstützende Unternehmen erfolgreich ist.

Deutsche Bank - SponsoringIch möchte daher gerne auf einen kleinen Appell hinaus. Denn ich finde, dass die Unternehmen, die unsere Freizeit mit ihrem Engagement bereichern, unsere Sympathien verdient haben. Werfen Sie einen Blick auf den Turnierkalender Ihrer Golfclubs. Kaum eines der „gebrandeten“ Turniere würde stattfinden. Und selbst wenn, die Turnierpreise und die Verpflegung würde es ganz sicher nicht geben.

Schauen Sie auf die vielen sommerlichen Klassik-Konzerte hier im Land – es würde kein einziges von ihnen geben. Oder werfen Sie einen Blick auf das anstehende Profi-Turnier der EPD-Tour, das vom 08. bis 10. Juni im Golf & Country Club Fleesensee stattfindet, dessen 30.000 Euro Börse auch erst durch die Hilfe von Unternehmen zusammen kommt.

Ein Sponsoring bedeutet für ein Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Und ein Sponsoring wertzuschätzen, bedeutet genau das gleiche. Wenn es einer Firma wichtiger ist, uns (ausschließlich) mit Werbespots zu bedudeln und dabei Sport – und Kulturveranstaltungen grundsätzlich nicht zu unterstützt, kann ich mich mit meiner Kaufentscheidung dagegen wehren. Wir haben die Zukunft unseres Sports und unsere kulturelle Vielfalt zumindest diese Stück weit selbst in Hand.

Und apropos EPD-Tour: Bitte kommen Sie vorbei! Es spielen ein paar wirklich gute Jung-Profis mit, die wir in den nächsten Jahren auf der European Tour sehen werden. …Und davon abgesehen würden sich die Sponsoren des Turniers freuen. 😉

Ihr Christopher Tiess

Bild (c) EPD-Tour

Über Christopher Tiess 2 Artikel
Christopher Tiess stammt von der Waterkant. Seine Leidenschaft gilt der Kommunikation im Golfmarkt und seiner dafür gegründeten Agentur tiess – golf media events. Dem Golfsport ist er übrigens seit 2002 verfallen, und spielt seitdem mit Herz, aber ohne Talent.

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