Warum ist das Golfland M-V eines der Schusslichter beim DGV-Förderprogramm Golf4Youth?

Eine bessere Jugendarbeit sichert die Zukunft der Golfclubs und fördert den Golfsport in seinen breiten- und leistungssportlichen Komponenten, so schreibt es der Deutsche Golfverband.(1) 

Auch in Mecklenburg-Vorpommern steht das Thema hoch auf der Agenda. Das zeigt sich z.B. durch die Bemühungen einen Landesleistungsstützpunkt am Fleesensee zu errichten oder durch die erstmalige Teilnahme des Golfsports bei den Jugendsportspielen MV 2010.

Wie erfolgreich ist das bisher geleistete? Wo gibt es noch Potential?

Übersicht Golf4Youth Basisförderprogramm 2011

Ich habe hierzu einen Blick auf das Förderprogramm Golf4Youth vom Deutschen Golfverband geworfen. Mit Golf4Youth bietet der DGV den Golfclubs, bei Erfüllung bestimmter Kriterien, finanzielle Unterstützung für eine leistungsorientierte Jugendarbeit an.

Golf4Youth – MeckPomm weit zurück

Im letzen Jahr wurden insgesamt ca. 550.000€ an 224 DGV-Mitglieder (Clubs) ausgeschüttet. Das waren zwar insgesamt 20 weniger als 2010, aber dafür stieg die abgerufene Fördersumme um ca. 30.000 €.

Auf der ersten Grafik sieht man die ausgezahlten Fördersummen für die einzelnen Landesverbände. Mecklenburg-Vorpommern hat 2011 gerade mal zwei bewilligte Anträge zu verzeichnen und nur 700€ an Fördergeldern erhalten. Hört sich wenig an.

Gerade mal 10% der Golfanlagen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Fördergelder bewilligt bzw. beantragt.

Föerderprogramm Golf4Youth 2009Im Vergleich dazu beantragten in:
Baden Württemberg: 38% 
Bayern: 27% 
Berlin-Brandenburg: 24% 
Hamburg: 45% 

der Golfanlagen finanzielle Unterstützung aus dem Programm Golf4Youth des DGV.

Wenn man sich weiterhin mal durchrechnet wie viel Förderung jeder einzelne Club 2011 im Durchschnitt erhalten hat, dann ergibt sich ein weiteres Fragezeichen.

Während bspw. in Baden-Württemberg im Schnitt jeder Club ca. 2.500€ an Fördergelder abrief, so waren es hierzulande nur 350€.

Das sind im Vergleich 7x weniger Fördermittel für die Golfjugend in M-V!

Föerderprogramm Golf4Youth 2010

2010 bekam Mecklenburg-Vorpommern bei 2 geförderten Anlagen immerhin insgesamt 1.400€. Im Jahr 2009 hat dagegen keine einzige Golfanlage die Förderung abgerufen bzw. erhalten.

Warum werden mögliche Fördergelder nicht abgerufen? Erfüllen so wenige Clubs in M-V die Kriterien? Ist das Förderprogramm nicht attraktiv genug oder zu kompliziert in der Beantragung? Gibt es zu wenig Jugendliche im Land? Verschenken die Golfclubs hier Potential?

Es scheint so als würde das Jugend-Förderprogramm des DGV noch nicht bei der Mehrheit der Clubs in MV angekommen zu sein…

DGV fordert Golfclubs zur Beantragung von Fördergeldern auf

Prozentualer Anteil der geförderten Golfanlagen 2010 / 2011

Selbst der DGV weißt ein wenig mahnend und bittend darauf hin.(2)

[..] In den letzten Jahren hat sich die Zahl der jährlich geförderten Golfclubs bei rund 250 Mitgliedern eingependelt. In den Genuss der Förderung könnten allerdings noch deutlich mehr Anlagen kommen, würden Sie einen Antrag stellen. Allein im letzten Jahr hätten zehn Anlagen die volle Fördersumme erhalten, wenn sie einen Antrag gestellt hätten.

Der DGV möchte alle Anlagen aufmuntern, sich mit dem Förderprogramm zu befassen und zu überprüfen, ob die Kriterien erfüllt werden können. Hierzu sei auf die unten stehenden Links verwiesen. Im März erhalten zudem alle Golfclubs per Rundschreiben die aktuellen Ausschreibungsunterlagen. [….]

Fazit

Es handelt sich bei diesem Artikel lediglich um die Betrachtung eines einzelnen Förderprogramms. Natürlich kann und will ich keine Rückschlüsse auf die generelle Förderung der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Aber Fakt ist, das hier vorhandenes Geld (noch) nicht abgeschöpft wird. Das sieht auch der DGV so.

Vielleicht kann jemand von den Lesern erklären, welche Gründe dahinter stecken. Habt ihr Vermutungen oder vielleicht liest hier auch ein Clubverantwortlicher mit, der bereits Erfahrung mit diesem Programm gesammelt hat? Schreibt gerne einen Kommentar. Ich freue mich. Vielen Dank!

Update 16.02.2012: Habe gerade mit Martin Welz gesprochen, der mir folgendes erklärte: Eigentlich ist der Vergleich für M-V unfair. Das Hauptproblem ist das Mecklenburg-Vorpommern ein Flächenland ist und das die meisten Clubs viel zu wenig Kinder- und Jugendliche als Mitglieder haben. Somit steht M-V im Vergleich schlecht da. Das Förderprogramm passt nicht wirklich auf Mecklenburg-Vorpommern.

Quellen:
Titelbild: Deutscher Golf Verband
Förderkriterien 2012 Golf4Youth

(1) https://www.golf.de/dgv/drive/zukunftjugend.cfm?objectid=60088924
(2) Golf4Youth: 552.000 Euro für Clubs

Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

3 Kommentare

  1. Hi Dennis,
    ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen. Das ganze Thema „Jugendförderung“ oder Golf „Abschlag Schule“ bzw. der „ominöse Golftag“ im Mai ist in den Golfclubs sehr wahrscheinlich zu viel Arbeit. Zumindest in der Vorbereitung. Es findet sich doch kaum einer der im Vorfeld z.B. in die Schulen geht, mit Lehrern spricht, organisiert etc. Von Werbung über und für unseren Sport, egal ob Print oder Online Werbung mal ganz zu schweigen. Schau Dir doch nur mal die Hompages der Clubs an! Findest Du da attraktive Aktionen für zukünftige Golfer? Nenn mir nur mal 2 oder 3 die richtig klasse sind, glaube nicht das Du nur eine findest.!!

    Hinzu kommt das das selbst Förderungen die „nachgeworfen“ werden noch nicht einmal in Anspruch genommen werden und beim LGV lieber nicht angefordert werden. Sei es wegen des Papierkrams, der ist manchmal leider schlimm, oder aus Befindlichkeiten oder aus Dummheit. Aber es ist so und bei Bedarf kann ich auch „Ross und Reiter“ nennen.

    Insgesamt geht es den Golfclubs eigentlich zu gut. Der Eindruck entsteht nun mal. In den meisten Golfclubs gibt es auch keine aktiven Vertriebsleute die sich mal richtig um die Akquirierung neuer Mitglieder kümmern. Da wird kein „City-Golf“ in der Fussgängerzone oder Puttingwettbewerb im Einkaufszentrum vorgeführt.

    Die „Leidensgrenze“ ist bei vielen noch nicht erreicht. Es gibt eine Menge was man machen kann und auch gefördert wird, es wird einfach nur liegengelassen. Und das ist traurig.

    Nichts desto Trotz liebe ich diesen Sport und bin für alle „Schandtaten“ offen um das positive an diesem tollen Sport weiterzugeben.

    Lieben Gruß nach HRO

    Andreas

     

    • Hallo Herr Born,

      in Bezug auf Ihr Update (16.02.2012 ) kann ich Herrn Welz nur Recht geben.
      Man darf auch die Dichte der Golfplätze in NRW oder BW nicht mit uns vergleichen.
      Hinzu kommt danach die Bevölkerungsdichte und schlussendlich die sogenannte Kaufkraft der Bürger ! Wenn man das alles aus dieser Perspektive sieht, denke ich das sich da auch in naher Zukunft nicht viel ändern wird.
      Angefangen bei Mindestlohn etc……

      Schulgolf finde ich eine super Sache. Habe selber zwei Kids.

      Aber solange die Eltern oder Angehörigen Angst haben Ausrüstung und Beiträge zu bezahlen wird es sich nicht ändern.

      Ich glaube hier muss man ansetzten und aufklären um „Golf für jedermann“ interesannt zu machen.

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