Fleesensee – „Nicht ohne meine Haftpflicht“

Hallo Freunde des Golfsports!

Es versprach ein schöner Herbsttag zu werden, als wir uns früh am Morgen auf den Weg nach Göhren-Lebbin machten. Die Sonne gewann die Oberhand über die Regenwolken der Nacht und es war beinah windstill und wohltuend frisch.

bIch hatte eigentlich vor mit den 3 Musketieren, Dennis, Martin und Guido, an der airberlin-Trophy auf dem Scandinavian-Course teilzunehmen. Da ich aber Golfanfänger bin und ein HCP von 47 besaß, wurde ich kurzerhand von der Turnierleitung ausrangiert, was aber nicht weiter schlimm war.
So kam ich in den Genuss für 22,50 EUR an einem Anfängerturnier auf dem Coca-Cola Course teilzunehmen und diese Zeilen zu schreiben, denn Dennis bat mich freundlich meine Eindrücke des Tages zu schildern.

Zum Eigentlichen

Als meine Freundin, die mich glücklicher Weise am Turniertag begleitete, und ich das super gepflegte und große Clubhaus verließen, war es schon halb neun durch.

So blieb wenig Zeit die riesige Driving-Range gebührend in Augenschein zu nehmen und ich musste mich mit 5-6 Bällen zum Einschlagen begnügen.
Nach gefühlten 2 Kilometern an der ersten Spielbahn angekommen, lernte ich dann meinen äußerst sympathischen Flight, sprich Petra und Ullrich, kennen und wir starteten in ein entspanntes Turnier.

Über den Coca-Cola Course kann ich nicht viele Wörter verlieren, zumindest keine schlechten. Einem Anfängercourse entsprechend sind die Bahnen sehr kurz angelegt (7 x Par 3 zwischen 90 und 140 Metern, 3 x Par 4 zwischen 230 und 250 Metern). Ein Blick auf die Scorecard und man hätte die Vorgabe von -10 beinahe für gerechtfertigt halten können. Doch auf dem Platz ist nun mal alle Theorie für die Katz!

Trotz nächtlichen Regens waren die bewegten Greens rasend schnell und es dauerte 3 bis 4 Löcher, bis ich mich einigermaßen daran gewöhnt hatte. Dazu kamen Bunker, die zum Teil wirklich mannshoch waren.

hDer unübertroffene Knüller ist aber die Bahn 3, ein Par 4 mit ca. 230 Metern. Die Fahne ist vom Abschlag zu sehen und dank des nichtexistierenden Roughs durchaus direkt anzuspielen, wäre da nicht ein HAUS, dass vielleicht 5 Meter neben der Abschlag-Fahne-Linie steht!
An dem Abschlag gehen Euch nur Dinge durch den Kopf wie zersplitterte Fenster, zerbrochene Dachziegel und eure Haftpflicht…ich versprech´s! Glücklicher Weise verfügte jeder in unserem Flight noch über einen natürlichen Slice und das schon leicht mitgenommene Haus kam gott sei Dank nicht ins Spiel.

Den Schrecken an Bahn 3 konnte ich schnell ablegen und die restlichen Löcher in manierlicher Art und Weise meistern. So standen am Ende des Turniers 50 Stablefordpunkte auf meiner Scorekarte. Mir war klar, dass ich damit weit vorne landen würde und ich malte mir im Geiste meinen Preis aus…vielleicht ein Greenfee-Gutschein für den Scandinavian-Course oder sogar den Schloß-Course? Schließlich hatte ich doch jetzt ein HCP von 34,5.

Die Ernüchterung folgte schnell. Die Siegerehrung bestand aus einer kurzen Ansprache, einen feuchten Händedruck und für meinen 1. Platz bekam ich einen Gutschein über 15 EUR.
Jetzt wendet ihr vielleicht ein „Ach Enrico, so herzlos kann es doch nicht gewesen sein!“, worauf ich sagen müsste „Liebe Freunde, ich glaube ganz, ganz fast daran, dass sich das airberlin-Personal an einem Check-In mehr Zeit für seine Kunden nimmt.“

Fazit

Die 3 Hefeweizen im Clubhaus waren wirklich lecker und ich werde sicher wieder zum Spielen nach Göhren-Lebbin kommen. Ich habe mir nach dem Turnier noch den traumhaften Schloß-Course angesehen und bin fest entschlossen diesen eines Tages zu bespielen.
Nur eines werde ich nicht wieder tun – im Golf- und Countryclub Fleesensee ein Golfturnier spielen. Dafür war es nach meinem Geschmack etwas zu unpersönlich…

Liebe Grüße
Enrico

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Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

8 Kommentare

  1. Das kommt mir so vor als ob ich ähnliche Worte schon in einem früheren Beitrag gelesen hätte über ein Turnier in Flesensee.
    man bekommt ja beinahe das Gefühl als ob die Turniere im Stundentakt laufen und man deswegen keine Zeit für seien „Kunden“ hat. Schade eigentlich.

  2. Ich weiß einfach nicht, warum die Anlage am Fleesensee immer unterschwellig schlecht gemacht wird…

    Es finden dort jede Woche fünf(!) Turniere (3 „normale“, 1 Rabbit, 1 )-Loch-Turnier) statt. Und ja irgendwann wird das sicherlich zur Routine und es wird nicht jeder Turniersieger wie der Gewinner der British Open gefeiert. Und wenn man ehrlich ist, ist man selbst ja auch der einzige der sich so vorkommt (was auch verständlich ist).

    Man sollte auch bedenken, daß die Anlage am Fleesensee eine kommerzielle Anlage ist, die auch so geführt werden will und auch ohne den (vielleicht üblichen) „Vereinklüngel“ auskommt. Für den einen oder anderen ist auch gerade das reizvoll.
    Man findet jedenfalls in golferischer Hinsicht Möglichkeiten für Training und Spiel, die woanders eher selten geboten werden.

    Viele Grüße
    Dietmar

  3. Die Trainings- und Spielmöglichkeiten werden auch nicht im Geringsten Kritisiert. Auch die große Anzahl an angebotenen Turnieren, ich persönlich finde das sehr schön, steht nicht in der Kritik. Einzig und allein das Preis- vor allem aber das Leistungsverhältnis ist im direkten Vergleich stark verschoben. Wenn sich bei vielen durchgeführten Turnieren Routine (oder Langeweile?) einstellt ist das halt schlecht – ganz einfach schlecht.
    Wenn namenhafte Automobilhersteller im oberen Preissegment Millionen von Autos verkaufen wird der Kunde trotzdem besonders behandelt. (Auch wenn der Verkäufer 4x tgl. Autoübergaben hat…) Sie ruhen sich nicht darauf aus, das Sie so viele Autos verkaufen oder nutzen es als Entschuldigung. Im Restaurant von Johann Lafer wird man als Gast immer mit viel Aufmerksamkeit und mit respektvollem Bedacht behandelt, auch wenn sein Haus seit Jahren restlos ausgebucht ist. Das Essen ist dort übrigens auch immer hervorragen, und die Teller sauber und heil – ohne abgeplatzte Ecken.
    Nicht jeder Turniersieger muss wie ein Open Sieger gefeiert werden – sehe ich genauso, aber etwas mehr gebührende Aufmerksamkeit hätte ich erwartet. Schließlich trage ich als Kunde mein Geld dorthin. Über Preise schreibe ich jetzt mal nicht.
    Die zerschossenen Fairways hätten wir mal fotografieren sollen, es sah fast aus als wäre eine Büffelherde vor uns über die Drivelandezohne getrieben worden. Ich glaube inzwischen gehört zu haben, das Greenkeeper sehr wohl solche Schäden ausbessern können…(Herr Lafer braucht nur einen neuen Teller aus dem Schrank nehmen, der hat es etwas einfacher und muss nicht reparieren – würde er ansonsten aber…)

  4. Ich gebe zu, daß kommerzielle Anlagen stärker mit dem Pflegezustand zu kämpfen haben als behütete Club-Anlagen.
    Ich ärgere mich ebenfalls für zerhackte Fairways und zerpitchte Grüns. Andererseits sind die Greenkeeper immer nur eine Hälfte der Geschichte. Golfspieler, die nicht in der Lage sind Divots zurückzulegen oder Pitchmarken auszubessern, sind die andere Hälfte. Wenn diese Leute etwas respektvoller mit dem Platz umgehen würden, hätten die Greenkeeper einer leichtere Aufgabe vor sich.

    Was die Turniere und deren Organisation angeht, gehen unsere Meinungen anscheinend völlig auseinander. Ich für meinen Teil brauche überhaupt keine Turniere und/oder Turnierpreise.
    Ob ich nun für einen Turniersieg oder -platz nun einen Gutschein oder ein paar Bälle oder weitere Pitchgabeln etc. bekomme ist mir völlig egal.

    Genauso hat das leidige Handicap auch nur eine untergeordnete Bedeutung für mich. Persönlich finde ich das angelsächsische System, daß man quasi jede Runde vorgabewirksam spielen kann, viel besser und gerechter. Dort spielt man gegen seine Leistungsfähigkeit und nicht nur gegen eine Momentaufnahme.

    Aber es ist ja ein Glück, daß sich die deutsche Golflandschaft weiter diversifiziert und jeder auf dem Platz und in dem Club glücklich werden kann, wo er möchte.
    Wenn man zusätzlich zum Golfspiel eine heimelige Atmosphäre möchte, ist man in einem der „klassischen“ Clubs sicherlich besser aufgehoben.
    Viele Andere wollen aber möglicherweise (so wie ich) nur Golf spielen.

    Viele Grüße

    Dietmar

    P.S. nette Diskussion, übrigens.

  5. @ Martin und Dietmar
    Ich muss hier mal ein paar lobende Worte über die Art und Weise dieser interessanten und konstruktiven Diskussion anbringen. Meiner Meinung nach sind beide Standpunkte verständlich und können so von mir aus gerne stehen bleiben.

    Hinzufügen möchte ich lediglich, dass ich mir von dem dort stattgefundenen Golfturnier im Vorfeld etwas mehr versprochen habe.

    Einen Golfclub unterschwellig schlecht zu machen, liegt mir jedoch fern. Aber ich bin daran interessiert und halte sehr viel auch im Interesse der Leser davon, nicht nur Loblieder zu singen (was im Artikel airberlin-Trophy mehrfach der Fall ist) sondern, sofern vorhanden, auch Kritik im gesunden Maße zu äußern.

    Letztenendes ist aber wieder einmal eine Frage der Ansicht, des Geschmacks und/oder der eigenen Erwartungshaltung.

  6. Sind nicht alle Anlagen in MV kommerziell? Sind nicht alle daran bestrebt Gewinn zu erzielen?
    Wohl Recht das auch immer der Golfer für den Pflegezustand mit verantwortlich gemacht werden kann und sollte. Aber für mich nicht im Ansatz ein Argument, warum ich für knapp 70 EUR auf einer Kopfsteinpflaster ähnlichen Piste Golf spielen darf. Ein dezenter Hinweis, das die Fairways etwas „zerschossen“ sind, ein kleiner Nachlass auf das Greenfee – schon wäre die Welt in Ordnung.
    Ich zahlte diese Saison nur 50% des Greenfees in Winstongolf, da Bahn 1 ein einziges Provisorium war. Das nenne ich entgegenkommen. (Ich hätte auch 10% als angemessen empfunden.)
    Ich möchte die Anlage in Fleesensee nicht schlechtreden, es gab viele sehr positive Dinge. Ich hoffe das auch jemand vom Fleesensee hier mitliest, ggf. sogar Stellung bezieht, damit meine konstruktiv gemeinte Kritik ankommt.
    Beim Handicap teile ich voll und ganz deine Meinung Dietmar.

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