Das Golfhotel in Hohen Wieschendorf vor dem endgültigen Aus

Die Ostseezeitung berichtete es in ihrer aktuellen Ausgabe:

Das Golfhotel Hohen Wieschendorf steht nach ca. einjähriger Insolvenzphase vor dem endgültigem Aus. Nach Angaben der Zeitschrift zu Folge soll das Hotel Ende des Monats geschlossen werden.

Die Insolvenzverwaltung aus Hamburg befinde sich derzeit noch in Gesprächen mit 3 potentiellen Investoren, aber an eine schnelle Einigung glaube niemand, so heißt es.

Aus diesem Grund wird das Golfhotel zum 30.09.2010 geschlossen.

Eine Galgenfrist für den Golfplatz

Des Weiteren äußerte sich der leitende Mitarbeiter Norbert Eckermann gegenüber der Ostseezeitung dahingehend, dass die Golfanlage den Golfern aber auf jeden Fall noch bis zum 31.12.2010 zur Verfügung stünde. Die Kosten werden durch die derzeitigen 230 Mitglieder und die Tagesgäste wohl abgedeckt.

Der Gastronomiebetrieb des Hotels soll zwar ab dem 01. Oktober ruhen, aber für Golfer wird zumindest der Getränkeausschank weiterhin garantiert.

Es ist schade, dass hier der älteste der derzeit bespielten Golfplätze Mecklenburg-Vorpommerns bankrott geht. Ich will keine Schwarzmalerei betreiben, aber es sieht so aus, als wenn sich im nächsten Jahr 230 Golfer entweder einen neuen Golfclub oder neues Hobby suchen müssen.

Der von Hohen Wieschendorf in Mecklenburg-Vorpommern am dichtesten gelegene Golfclub ist WINSTONgolf. Wie sagt man so schön? Des einen Leid ist des anderen Freud’…

Woran liegt es eurer Meinung nach, dass Hohen Wieschendorf nicht überlebt? Welche Fehler wurden im Marketing gemacht? Wer sind die Verantwortlichen? Trifft liegt die Schuld alleine beim Betreiber? Wer weiß mehr dazu?

Eure Meinung dazu würde mich interessieren…

Bild: © Golfhotel Hohen Wieschendorf

Über Dennis Born 507 Artikel
Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern. Hauptberuflich leitet er die Internetagentur "viminds - onlinemarketing" in Rostock und ist glücklich verheiratet.

17 Kommentare

  1. Hallo Dennis,

    meine Meinung nach hat man in Hohen-Wieschendorf versäumt die Menschen aus der direkten Umgebung für den Golfsport einzunehmen. Hätte man in den letzten Jahren versucht, Golf aus der elitären Ecke heraus zu holen und in Richtung Volkssport zu rücken, wäre die Sache vielleicht anders ausgegangen.
    Von einem irgendwie gearteten Marketing habe ich in Wismar und Umgebung nie etwas wahrgenommen.
    Zudem waren die Mitgliedschaftsmodelle (Investitionumlage, etc.) für eine strukturschwache Region meines Erachtens zu hoch angesetzt.
    Der Platz an sich ist zwar schön gelegen, aber im direkten Vergleich mit anderen Plätzen in MeVo finde ich ihn eher langweilig. Und 55 Euro Greenfee für einen Platz zu zahlen, der einem eher wenig spielerische Rafinesse abverlangt, überlegt man sich. Zumindest habe ich das getan und nur selten eine Runde dort gespielt, obwohl ich in Wismar wohne.

    Gruß
    Dietmar

  2. Ein altes Grundproblem, zu viel Geld für zu wenig Leistung bei mangelhaften Marketing.
    1.500 € Aufnahmegebühr, 3.000 € Investitionszulage und 820 € Jahresbeitrag das ist sportlich.
    Im ersten Jahr der Mitgleidschaft ist man 5.320 € los um 18 eher einfache Bahnen zu spielen. Die Lage ist auch aus Wismar mit einiger Fahrerei verbunden, da ist Winstongolf auch nicht wirklich viel weiter, aber der Platz um Welten schöner, anspruchsvoller, besser.
    Marketing war vermutlich keines da – also aus die Maus. Vor 15 Jahren ging das alles irgendwie noch aber wie heißt es so schön:
    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
    Hoffen wir das sich für HoWiDo ein schlauer Investor findet der das Unterfangfen anders anzugehen weiß´(und Geld in der Hinterhand hat).

  3. Vielen Dank für eure Meinung. Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Bin gespannt, ob jemand vielleicht noch mehr Gründe oder Hintergrundinformationen kennt.

    Ein Mitglied von Hohen Wieschendorf kenne ich persönlich, aber gibt es noch andere Clubmitglieder, die hier zufällig mitlesen?
    Eure Meinung würde uns sicherlich alle interessieren…

  4. Ich kann mir genau vorstellen, woran es gelegen hat. Man wird in Sachen Golf heutzutage umdenken müssen, wenn man nicht Falkenstein oder Hubbelrath heißt. Jetzt muss man von ganz unten wieder aufbauen, aber das gibt keiner gerne zu. An alten Stricken wird gezogen. Ich könnte mir vorstellen, wie man den Golfplatz Hohen Wieschendorf wieder auf die Füße bekommt, aber das wird schmerzvoll. Wollen das alle? Das Konzept muss stimmen. Immer nur Investoren mit Geld zu suchen, ist der falsche Weg. Denn Investoren wollen über kurz oder lang Rückfluss sehen und das kalkulierbar.
    Ich habe Hohen Wieschendorf 2 oder 3 mal gespielt. Es war sehr schön, dort mal ein Wochenende zu verbringen.

    • Hallo Herr von Humboldt,
      danke für ihren Kommentar. Mich würde interessieren was ihrer Meinung nach „schmerzvolle Einschnitte“ bedeuten könnten.
      Ich glaube es geht nicht schmerzvoller, wenn alle ihren Job verlieren und das Gelände des Golfplatzes zunehmend verwildert. In meinen augen wäre fast jede Wiederbelebungsmaßnahme der Golfanlage ein Gewinn…

      P.S. Erlauben Sie mir die Frage, ob sie direkter Nachfahre von DEM Alexander von Humboldt sind?

  5. Hallo Herr Born,
    ich habe Ihnen eine Mail geschrieben an Golfen-MV.de [d.born@gmx.net]
    Da stehen alle Antworten drin.
    Haben Sie die bekommen?
    Mit freundlichen Grüßen

  6. NATURBELASSENE GOLFPLÄTZE UND HOTELS OHNE „SCHICKIMICKI“ SIND HEUTE LEIDER NICHT MEHR GEFRAGT. IM HAMBURGER UMFELD SIND AUCH SCHON VIELE PLÄTZE VON „BETREIBERN“ ÜBERNOMMEN.
    WIR WERDEN HOWIDO VERMISSEN. VIELE JAHRE SIND WIR AUS HAMBURG GEKOMMEN UNS EIN PAAR TAGE VON DER FAMILIE TOLLGREVE VERWÖHNEN ZU LASSEN UND HERRLICHE GOLRUNDEN ZU SPIELEN.
    KÖNNEN NOCH GARNICHT GLAUBEN DASS ES JETZT EIN ENDE HAT.

    VIELE GRÜSSE
    GABI UND PETER MEIßNER

  7. Über Jahre hinweg wurde nicht konsequent am strategischen Marketing gearbeitet und daraus die entsprechenden Schlüsse bzw. Handlungsweisen abgeleitet. Seit einem Jahr haben wir das Dilemma, dass selbst der Insolvenzverwalter nicht mit entsprechenden Fachkräften aus dem Golfbereich das Gespräch sucht. Es geht wie immer um alles – allerdings (wie so häufig)nicht in erster Linie um das Wohl der Golfanlage.

  8. Hallo Familie Meißner,
    das ist wirklich schade – ich hoffe sie finden wieder ein ähnlich erholsames Golfdomizil. Warum nicht in Mecklenburg-Vorpommern?
    Mein Tipp:
    Die Golfanlage WINSTONgolf ist hervorragend aufgestellt. Nettes Personal, die Golfplätze sind ein Traum, die Gastronomie sehr gut und auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt es für jeden Geldbeutel.

    Hallo Frau Semprich,
    vielen Dank für die Einschätzung, die ich vollkommen teile.
    Ich entnehme ihren Worten sie sind vor Ort tätig bzw. involviert?
    Können sie Punkte nennen, die zum Wohl der Golfanlage Bestandteil eines eventuellen Neuanfangs wären?
    Ich würde mich freuen mehr darüber zu erfahren…

    Offiziell ist ja am 31.12.2010 Schluss mit Golf und daran wird sich wohl nichts ändern…

  9. Hallo Herr Born!

    Ich wollte nur mal eine kleine Zwischeninfo zum Golfclub Hohen Wieschendorf geben!

    Der Golfclub besteht weiter und es kann auf dem Platz auch zur Zeit gespielt werden.

    Lediglich das Hotelgebäude ist geschlossen und somit stehen leider keine Sanitären Anlagen zur Verfügung!

    Wie es in Sachen Betreiber des Platzes weiter geht ist zur Zeit in Klärung.

    Die Golfer können aber froher Hoffung sein das es weitergehen wird.

    Also der Golfclub Hohen Wieschendorf lebt und wird auch am Leben bleiben.

  10. Hallo Herr Sievert – das freut mich zu hören.
    Das ist ja auf jeden Fall einen kleinen Artikel wert.
    Gibt es noch mehr Informationen? Wer wäre ein passender Ansprechpartner für mehr Informationen?

    • Hi Golffreund,
      neues gibt es nicht direkt. Du kannst spielen – das ist mein letzter Stand.
      Wer jedoch vor Ort Ansprechpartner ist oder ob dort jemand die Greenfeespieler erwartet, weiß ich leider nicht.
      Schätze mal, wenn niemand da ist, dass das Greenfee in den Briefkasten geworfen werden kann?

  11. Guten Tag,

    ich war gestern auf meiner Lieblingsanlage Howido. Seit 1994 habe ich dort viele schöne Golfstunden verbracht. Aus Hamburg kommend, lohnte sich auch immer ein Tagesausflug: diese Luft, dieser Ausblick, diese Stille… einfach einmalig. Was ich gestern angetroffen habe, hat mich doch recht fassungslos gemacht. Statt des üblichen fröhlichen Treibens, erwartete mich eine Geisteranlage…als wären alle von einer Minute auf die andere geflüchtet. Im Pro-Shop hingen noch Sachen, die Schreibtische voller Papiere, die Tische im Restaurant eingedeckt …aber keine Menschenseele, auch keine Golfer am Ende des Platzes. Ein ganz eigenartiges Gefühl, diese Veränderung so wahrnehmen zu müssen. Es sind in der Vergangenheit bestimmt viele Fehler gemacht worden. Man braucht die Anlage ja auch nur mit der von Usedom zu vergleichen oder wie vielfach erwähnt, mit der von Winston Golf. Da ich häufiger auf Usedom bin, kann man zu Recht sagen: ohne einen übermäßigen persönlichen Einsatz des Betreibers geht gar nichts oder: wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein. Aber es kann doch nicht sein, dass die Fairways demnächst als Erdbeerfelder bewirtschaftet werden. Es liegt schon ein recht dunkler Schatten auf dieser Halbinsel. Auch für den verwaisten Yachthafen nebst der im Rohbau steckengebliebenen Ferienhäuser ist keine Lösung in Sicht. Es ist ein Trauerspiel für eine der schönsten Regionen MV. Ich hoffe, dass ich eines Morgens aufwache und die Lösung parat habe. Es würde sich so lohnen!!
    P.S. Ich glaube, es kommt auch keiner mehr, um den Greenfeekasten zu leeren.

  12. Hallo Golffreunde,
    ich spielte den Platz sehr gerne, zumal er wunderschön gelegen ist, dass diese Anlage nun vor dem aus steht, erfuhr ich erst kürzlich. Hier wurde der Traum einen Mannes zur Realität. Liebe Familie Tollgreve ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass ich bei Ihnen viele schöne Stunden erleben durfte.
    Liebe Grüße
    Hermann Pfau 

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  1. Golfanlage Hohen Wieschendorf – ein (derzeit) dunkles Kapitel mecklenburgischer Golfgeschichte

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