Die Golfplatz-Planung des Schweriner Golfclub e.V.

Heute geht es um den Bau einer Golfanlage nördlich von Schwerin. Auf Nachfrage bei der zuständigen Redaktion erfuhr ich, dass es sich um die Planungen für den Schweriner Golfclub e.V. handeln.

Der Schweriner Golfclub e.V. wurde von wenigen „Pionieren des Golfsports in Mecklenburg-Vorpommern am 06.10.1990 gegründet„. Ob jemals ein Spielbetrieb zu Stand kam, ist mir nicht bekannt.

Bereits seit 2003 propagiert der Schweriner Golfclub e.V., dass das Gelände von WINSTON Golf (bei Vorbeck) die vorläufige Heimat des Clubs sei, solange noch kein eigene Standort vorhanden ist.

Jetzt hören wir zum ersten Mal seit langem wieder etwas aktuelles zum diesem Thema. Folgender Artikel beschreibt den aktuellen Entwicklungsstand und die poltitische Debatte:

Golfplatz-Planer dürfen noch nicht einlochen

SCHWERIN – Die Pläne für den 80 Hektar großen Golfplatz im Norden der Landeshauptstadt treffen in der Kommunalpolitik auf geteiltes Echo. Während die CDU/FDP-Stadtfraktion das geplante Projekt unterstützt, lehnen Unabhängige Bürger und Bündnisgrüne das Vorhaben ab, die übrigen Fraktionen sehen weiteren Beratungsbedarf.

Bereits seit 2001 haben mehrere Entwickler versucht, den Golfplatz auf einem an den Ziegelaußensee grenzenden Areal in Medewege zu verwirklichen.

„Wir sind bereit, fünf bis sechs Millionen Euro aufzubringen“, sagt Dr. Horst Brandt, Inhaber der Schweriner Firma Intercom Baubetreuungs GmbH, der zu den Investoren gehört, die das Projekt neu beleben wollen. „Wenn die Stadt uns grünes Licht gibt, würden die konkreten Vorbereitungen sofort beginnen, sodass wir im Spätsommer mit dem Bau anfangen könnten“, so Brandt.

Das Konzept sei deutschlandweit einmalig: „Einen mit der Straßenbahn erreichbaren Golfplatz – das gibt es noch nirgendwo.“ Geplant sei kein elitärer Club. Brandt: „Wie in Skandinavien längst üblich, wollen auch wir Breitensport ermöglichen.“

Problem: Die Investoren werden nur dann den Startschuss geben, wenn die Stadt die zeitlich begrenzte, sogenannte Anhandgabe der Fläche in Medewege erneuert. „Ein legitimes Interesse“, sagt Sebastian Ehlers, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion.

„Die Unternehmer müssen auch künftig die Gewissheit haben, dass die Stadt das Gelände keinem anderen Interessenten oder einer anderen Nutzung zuschlägt.“

Dass die Stadtvertreter dem Antrag seiner Fraktion, diese Anhandgabe fortzuführen, noch nicht gefolgt sind, wertet Ehlers als Rückschlag. Denn er hält das Projekt für eine Chance: „Das würde positive Impulse für die Tourismuswirtschaft bringen und Arbeitsplätze schaffen.“

Golf sei in MV im Aufwärtstrend. Habe es 2006 rund 260 000 Übernachtungen von Golf-Sportlern im Bundesland gegeben, seien es 2008 bereits 380 000 gewesen, so Ehlers.

Satellitenaufnahme des zukünftigen Standorts nahe Schwerin


Größere Kartenansicht

Widerstand gegen Eingriffe in geschützte Natur

Die Unabhängigen Bürger indes wollen das Vorhaben stoppen. Mit der Winston-Golfanlage in Vorbeck, die gerade ausgebaut werde, gäbe es in der Region bereits einen europaweit ausstrahlenden Anbieter, so UB-Stadtvertreter Dr. Dietrich Thierfelder.

Er bezweifelt, dass ein Golfplatz in Schwerin dieser Konkurrenz standhalten könnte. Die touristischen Auswirkungen einer solchen Anlage würden zudem überschätzt. „Nicht jeder auswärtige Golfer übernachtet auch am Spielort.“

Die Anhänger dieses Sports würden vielfach kaum Interesse an ihrem Aufenthaltsort zeigen, sagt Thierfelder. Von den Betreibern von Winston-Golf wisse er, „dass 60 Prozent der auswärtigen Gäste nicht in Schwerin waren“.

Darüber hinaus wäre der Bau eines Golfplatzes in Medewege ein unverzeihlicher Eingriff in die Natur. „Wir haben dort ein europäisches Vogelschutzgebiet, in dem Graugänse rasten“, so Thierfelder.

Auch die Bündnisgrünen lehnen das Projekt am geplanten Standort ab. „Dieses Naherholungsgebiet, das zu den schönsten in Schwerin zählt, darf nicht zerstört werden“, so Fraktionschef Manfred Strauß.

Die SPD will die Initiative nicht ungeprüft verwerfen. „Allerdings müsste sichergestellt sein, dass der Ziegelaußensee für Besucher zugänglich bleibt“, so Fraktionschef Daniel Meslien. Die Linksfraktion sei in der Frage uneins, so deren Vorsitzender Gerd Böttger: „Mit mir sind weitere Fraktionsmitglieder für eine Prüfung, andere lehnen eine Versiegelung der Landschaft strikt ab.“

Investor Dr. Horst Brandt will Zweifel an dem Vorhaben ausräumen: „Wir sind jederzeit für Gespräche mit den Fraktionen bereit.“

Quelle: SVZ vom 25. Februar 2010 | von Mathias Gröckel

Anmerkung von Golfen-MV: Natürlich muss genügend Golferpotential vorhanden sein, um eine 2. Anlage bei Schwerin zu betreiben (kann ich für Schwerin nicht einschätzen). Ich bin aber der Meinung, dass sich genau durch die Tatsache das WINSTONgolf „europaweit ausstrahlt“ und viele Golfer nach Schwerin lockt, sich eine 2. Anlage auf jeden Fall lohnen würde.
Die neue Anlage hätte gegenüber WINSTONgolf sogar einen kleinen Standortvorteil, durch die Nähe zu Schwerin mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Beide Golfanlagen würden meines Erachtens voneinander profitieren. Die Golfregion Schwerin erhielte eine deutliche Aufwertung. Zwingende Voraussetzung ist jedoch eine bessere Vermarktung der golftouristischen Angebote für die Golfregion Schwerin.

Wie seht ihr diesen konkreten Fall?


Über Dennis Born 471 Artikel

Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern.
Hauptberuflich leitet er die Internetagentur „viminds – onlinemarketing“ in Rostock und ist glücklich verheiratet.

10 Kommentare

  1. Ich denke mal auch das eine weitere Anlage wieder eine positive Wirkung auf den Breitensport haben kann. Dazu sollte sie aber auch ohne Einschränkungen für Jedermann nutzbar sein. Das man dazu mit der Straßenbahn hin fahren kann, ist nur ein weitere positiver Punkt.

    Was jetzt die Gegend bzw. Landschaft angeht, da hängt viel vom Betreiber ab wie sie die Bevölkerung einbindet. Allein das dort einmal Jeder spielen kann, macht das Argument „so viel Landschaft für so wenige“ zu Nichte.

    Auf alle Fälle ein spannendes Thema. Golftourismus kann es auch vom „kleinen Mann“ geben, man muss sie nur spielen lassen…

    liebe Grüße
    rebel

  2. Hallo Rebel
    und alle anderen Leser dieser Seite, die ich übrigens recht gelungen finde.
    Ich schaue seit einiger Zeit regelmäßig nachdemrechten und habe mich jetzt entschlossen, auch einmal meinen Senf hinzu zu fügen.
    Ich finde es richtig toll, daß sich hier alle so lieb haben…
    So richtig zünden die Komentare meiner Meinung nach nicht immer, Kontroversen = Fehlanzeige bzw. zu selten.
    Da will ich mal etwas dagegen tun. Aber bitte versteht das nicht als Nörgeln etc., denn grundsätzlich versuche ich konstruktiv zu sein. Deshalb ist mein Einstand vielleicht wenig gewagt. Ich hoffe aber dennoch, daß ihr meine Zeilen richtig einordnen könnt.
    Lieber Rebel,
    Ich glaube, alle hier im Forum und die Leser darüber hinaus haben verstanden, welchen grundsätzlichen Ansatz Du hast.
    Die Meinungen hierüber werden sicher auseinander gehen.
    Ich jedenfalls habe zu einigen Deiner Kritikpunkte am bestehenden Golfsystem in Old Germany eine abweichende Meinung.
    Sicher, es ist eine schöne Utopie, daß Zustände wie in UK und anderswo auch bei uns herrschen würden. Dann hätte ich vielleicht auch auf meine Platzreife und Clubmitgliedschaft verzichtet.
    Aber leider ist dem nicht so und ich denke, daß dies auch sobald aus verschiedenen Gründen nicht der Fall sein wird.
    In D. gibt es einfach eine andere Golfhistorie und Tradition.
    Ich denke, daß Dinge wie PE auch einfach dazugehören, wie der Führerschein zum Autofahren. Als Sportler möchte ich einfach auch einigermaßen meinem Hobby nachgehen und nicht,
    mit Verlaub gesagt, auf das Kennen von Grundkenntnissen der sogenannten Etikette bei Geistergolfern hoffen. Ich möchte keinem Schenckenrennen auf der Wiese beiwohnen und mit der Kontrolle meines Adrenalinpegels mehr beschäftigt sein als mit meiner Ballkontrolle.
    Verstehe das bitte nicht falsch, aber versuche Dich bitte bei Deiner Systemkritik auch einmal in die Rolle der „Anderen“,
    auch in die der Betreiber der Anlagen zu versetzen.
    Mir ist bewußt, daß die PE auch und vor allem ein
    Türöffner sein soll für künftige Mitgliedschaften und daß die Anbieter es hier daher zum Teil auch nicht so genau nehmen.
    Aber was ist falsch daran? Zumal die Kosten für die PE in den meisten Fällen doch recht moderat und verknüpft sind mit weiteren Leckerlie`s. Es ist auch eine gewisse Art von Marketing. Nur welche Möglichkeiten haben die Clubs denn sonst an potentielle Dauernutzer zu kommen? Diese Nutzer sind einfach die Grundlage eines Clubs. Sie finazieren zum größten Teil die Anlagen. Und nicht zu vergessen ist das Clubleben und der sportliche Wettbewerb. Das sollte niemand unterschätzen. Es wird auch immer elitäre Spieler und Clubs geben. Die gibt es aber überall im Sport, was sich dann auch in den Preisen niederschlägt. Und es gibt auch Anlagen, die öffentlich sind und bei denen man keine Mitgliedschaften benötigt. Das weißt Du ja auch alles. Was ich sagen will ist, daß es durchaus genügend Koexistenz bei dem bestehenden Angebot hier zu Lande gibt.
    Rebel, Du solltest nicht um jeden Preis oder aus Prinzip das System vollständig ablehnen. Bitte ringe Dich durch und mach irgendwo die Platzreife. Am besten im schönsten Bundesland (MV), tust damit gleich noch was Gutes für die Region.
    Und ich schwöre Dir, Du wirst es nicht bereuen, wenn Du ersteinmal die Anlagen gespielt hast. Vertraue mir.

    Grüße aus der Hauptstadt sendet
    Pommernjung

  3. Hallo Pommernjung,

    ich habe kein mit deinen Äußerungen, warum auch. Wenn wir aller der selben Meinung wären, wäre ich schon aus trotz einer anderen 😉

    Nun mal zu deinem Post.

    Kontroversen muss ich keine Suchen wenn ich mit den Artikeln hier übereinstimme. Sollte das nicht der Fall sein, lass ich das die Jungs schon wissen. Da wir aber alle „Golfer“ sind, sind unsere Meinungen und Neigungen ja doch ehr „Konform“.

    Ich finde nicht das das System UK (wenn man das mal so nennen will) nicht auch in Deutschland Funktionieren kann. Warum denn auch nicht, auf beiden Seiten der Nordsee wird Golf gespielt, nur mit dem Unterschied das in D gesiebt wird. Das wie und wo gesiebt, lass ich jetzt erst mal weg.

    [quote]Ich denke, daß Dinge wie PE auch einfach dazugehören, wie der Führerschein zum Autofahren.[/quote]
    Genau da muss ich dir widersprechen. Stell dir mal vor, das dich jeder Dorfsheriff an der Durchfahrt durch seinen Ort erst nach deiner PE fragt und sie dir nach Gutdünken verweigern oder gestatten kann. Genau das ist das System der PE. Würde die PE als Zugang zum Golfsport reichen, müssten sie allgemein anerkannt werden wie der von dir genannte Führerschein – aber das ist nicht der Fall.
    Um zum Golf zurück zu kommen, dürfte Tiger Woods (mal abgesehen von seinen derzeitigen Problemen) oder Rory McIlroy (oder jeder andere Ausländer) gar nicht spielen, denn sie besitzen keine PE. Wenn ich als Deutscher ohne PE spielen will, wird mir das verwehrt. Weil ich mir den Fahrschein (PE) nicht gekauft habe. Denn auch das „Wie komme ich an die PE“ ist ja unbestritten nicht einheitlich (ich spreche jetzt nicht das Wort „kaufen“ aus).

    Um mal zur PE zurück zu kommen, ich bin seit ein paar Jahren auch aktiv in Golfforen unterwegs und dort tummeln sich zugegebenermaßen fast nur „echte“ Golfer rum. Allein wenn ich mir die Berichte über die Behinderungen, Fehler und Etikettenfehler durchlese, meinst du wirklich das die Crossgolfer oder schlimmer wären?
    Auch Hobbygolfer können Grundkenntnisse besitzen.

    bei den Kosten für die Pe in meiner Gegend muss ich so um die 499€ – 400€ hinlegen, günstig ist was anderes.

    [quote]In D. gibt es einfach eine andere Golfhistorie und Tradition.[/quote]
    Die Tradition in Deutschland in Bezug auf Golf heißt ganz einfach – Geld, Business und noch mal Geld.
    Du brauchst ja nur einmal zu schauen welche Marken mit Golf Werbung machen und in welcher Preiskategorie die angesiedelt sind.

    [quote]Nur welche Möglichkeiten haben die Clubs denn sonst an potentielle Dauernutzer zu kommen?[/quote]
    Ganz einfach, öffnet euch dem Breitensport und erlaubt es den Hobbygolfern zu spielen. Auch Masse an Spieler bringt Geld in die Kassen.

    Ich habe nichts dagegen wenn es auch elitäre Golfclubs gibt, die hat es in UK auch reichlich. warum auch nicht, nur eben haben die drüben auch andere Clubs.
    Leider ist die Möglichkeit in D als Hobbygolfer zu spielen mehr als dürftig. Mal ganz davon abgesehen das die Briten bei weniger Bevölkerung eine viel zahl mehr an Golfplätzen haben. Die Akzeptanz der Bevölkerung zu Golfplätzen ist allein dadurch das „jeder“ spielen kann eine ganz andere. So kann ich jeden in Deutschland verstehen der gegen Golfplätze ist die nur für „wenige“ nutzbar ist.

    Noch mal zurück zum Golfen, ich liebe Golf und spiele auch auf richtigen Plätzen (wenn ich darf). Nur ist es mir schnurps egal welches HDC ich habe.
    Auch habe ich schon ein paar mal mit der PE geliebäugelt, nur muss ich mich für knapp 500€ sehr oft bücken (damit meine ich Arbeiten, nicht das andere 😉 ). Und eine Familie habe ich auch, da gibt es auch Ausgaben die zuerst kommen.
    Dann träume ich immer vom letzten Urlaub in Schottland und das nette System….

    liebe Grüße aus dem „in der Mitte des Nirgendwo“ nach Schwerin (ich hoffe mal du meintest eure Landeshauptstadt)
    rebel

    p.S.
    wir können hier sehr gern weiter diskutieren wenn Dennis nichts dagegen hat. Wenn nicht, lass uns auf das Golfforum „The Pitchmark“ ausweichen. Da bekomme ich immer Prügel wenn ich was gegen die PE sage.

  4. Hallo rebel,
    Hallo Pommernjung,
    vielen Dank für eure Meinungen, die ich und einige andere Leser hier auf Golfen-MV sehr gerne weiterverfolgen würden.
    Ich habe bei Facebook auf das Thema und eure Kommentare hingewiesen und erhoffe mir eine Forführung der Diskussion.

    Gruß Dennis

  5. Dennis, Rebel -seid gegrüßt.
    Ihr habt so schnell geantwortet, da will ich mich mal nicht lumpen lassen. Ich hoffe, ich sprenge hier nicht den Rahmen – dann gebietet mir Einhalt.
    Rebel – ich muß klarstellen, daß ich von DER Hauptstadt geschrieben habe. Hätte ich Schwerin gemeint, würde da Hauptstädchen stehen und das wäre für mich auch nur der inoffizielle Titel für diese Location, denn mit dieser Stadt und v.a. mit deren Nomenklatura verbindet mich nichts, absolut nichts. Frage mal in Vorpommern nach, diese Meinung wirst Du sicher oft vorfinden. Mit ähnlichen Aversionen muß ich übrigens z.T. auch leben, wenn ich meinen Wohnsitz und
    Lebensmittelpunkt außerhalb desselben erwähne. Naja so ist das mit den Vorurteilen… Aber das nur am Rande.
    Ich sehe ein, daß ich mich recht pauschal über Geistergolfer, ich meinte damit nicht Crossgolfer-you know?, geäußert habe. Hier übe mich in Demut.
    Grundsätzlich gebe ich Dir nicht recht in dem Punkt, daß der (offizielle) Golfsport eine nicht zu finanzierend Angelegenheit
    ist. Und ich denke auch nicht, daß es vordergründig um Kohle scheffeln geht. Das gibt es mit Sicherheit, ich
    weiss. Ein gewisses betriebswirtschaftliches Denken und Handeln ist jedoch erste Voraussetzung für Nachhaltigkeit. Natürlich muß man hier, wie in allen anderen Lebenslagen auch die wirtschaftliche Situation des Einzelnen berücksichtigen – ok. Wenn ich jedoch den Nutzen (Faktor Sport, Zeit, Luft, Gesellschaft etc.) auf die Kosten herunterrechne, denke ich, ist das Dasein eines Clubspielers finanziell bedeutend günstiger, als das des Sportstudiosus, Tennis- oder von mir aus auch Squashspielers.
    Sicher – Volkssportarten wie Fußball o.ä. sind kostenmäßig nicht zu toppen.
    Reden wir über Kosten: Die PE kannst Du in meinem Club für 199,-€ machen. Danach hast Du noch 3 Monate freies Spielrecht auf unserem 9 Loch Platz. Die Mitgliedsbeiträge betragen dann ca. 1.500,- € all in p.a. Das ist im Berliner Raum so der allgemeine Durchschnitt. Wenn ich da die Preise in MV sehe, habe ich schon die ein oder andere Neides-Träne im Auge und diese Anlagen sind dann meistens auch noch top. Sicher ist dies hier wiederum dem wirtschaftlichem Umfeld geschuldet und dennoch postitiv zu sehen. Sofern Du aber nicht in einen Club eintrittst, bleibt Dir immer noch die Mitgliedschaft im VCG oder eine Fernmitgliedschaft, die auch schon für ca. 200,- p.a. zu erwerben ist. Oder Du nutzt die doch schon recht zahlreichen öffentlichen Plätze, wobei es hier mit Sicherheit noch erhebliches Steigerungspotenzial gibt. Leider hast du einen echten Standortnachteil. Ich verstehe, daß Du und sicher auch Andere sich diesem „Preisdiktat“ nicht unterwerfen wollen. Aber änderst Du damit etwas?
    Ich denke, daß das eine Prinzipienfrage ist. Leute, die wie ich den sportlichen Reiz im Verein, damit meine ich Turniere, Handicaps, Feiern, Gleichgesinnte usw., suchen und finden – für die sind diese Kosten akzeptabel. Und in den allermeisten Fällen fragt auch keiner nach dem Sozialstatus und wenn das Einigen wichtig ist und sie danach urteilen und richten – na und?-sollen sie doch.
    Aber noch einmal zu den Kosten. Ich zahle wirklich gern den ein oder anderen Taler mehr für eine Sache, die mir Spaß macht und bei der ich die für mein Wohlbefinden notwendigen Rahmenbedingungen vorfinde (das nicht nur bei Golf).
    Ich denke auch, daß man sich einfach auch ein stückweit frei machen muß, von den Mutmaßungen, mit denen Golf hierzulande noch immer stark behaftet ist. Klar – auf dem Parkplatz unseres Clubs findet man das who is who der Automobilindustrie.
    Aber das ist doch nicht wichtig. Es zählt doch einzig und allein das Hobby, das Virus, welches uns (Golfer) befallen hat und gegen das wir nichts tun können außer zu gehorchen.
    Rebel- ich würde mich wirklich freuen, wenn Du Deine Ideologie
    ein wenig außer Acht lassen könntest. Ich denke, es gibt auch andere Wege, bestehende Verkrustungen, die es zweifellos gibt,
    aufzubrechen. Ich bin fest davon überzeugt, daß dieser Prozess im Gange ist und je mehr Leute sich von Ihren Vorurteilen befreien und einfach mitmachen, je größer wird der Marktdruck und das Zwingen zum Handeln. Und vielleicht entsteht am Ende etwas, von dem wir heute noch nicht einmal zu träumen wagen. Der Preis wird einigen zu hoch sein. Er heißt Anpassung,
    soviel, wie man selbst verantworten kann.
    Doch die Geschichte lehrt: Veränderungen und Freiheit wird es nur durch Infiltrieren, Machen und Gestalten geben.
    In diesem Sinne
    Der Pommernjung.

  6. Man man man, musst du immer so viel schreiben? 😉
    Ich versuche mich mal da durch zu arbeiten…

    Also ich meinte nicht das alle Golfanlagen nur aufs Geld scheffeln aus sind. Da kann ich deine Argumentation schon sehr weit nach vollziehen. Was die Kosten der anderen Sportarten angeht, da habe ich mich noch nie drum gekümert, Kraftraum haben wir im Ort und ich kann als Feuerwehrmitglied den Kostenlos nutzen, zum joggen geh ich raus in die Natur – kostet auch nichts. Das einzigste ist die Schwimmhalle wo ich was abdrücken muss.
    Das sich die Golfanlagen refinanzieren müssen, bestreite ich nicht im Geringsten. So ist es auch richtig. Nur wage ich zu bezweifeln ob wir in Deutschland mit der Platzqualität und dem ganzen drum herum nicht übertreiben. Jeder Club versucht seine „Meisterschaftsanlage“ zu errichten und das Clubhaus ist in den meisten Fällen auch Überdimensioniert. Das allein verursacht Kosten die für den Spielbetrieb so nicht nötig sind und verteuern das spielen nur unnötig.

    Der Punkt VcG oder Fernmitgliedschaft:
    ganz zum Anfang als ich bemerkt habe das ich hier in Deutschland ohne „Mitglied“ zu sein nicht spielen DARF, habe ich mich intensiv mit mit der Fernmitgliedschaft befasst. Das war vor über 10 Jahren ein ganz heißes Eisen und die Clubs die Fernmitglieder hatten wurden nicht geliebt und damals wurden diese auch an den Pranger gestellt mit der Aussage das die den Golf“sport“ kaputt machen würden. Dazu kamen noch Starfgebühren die bis zum doppelten Greefee gingen. Dem VcG ging es da nicht besser, nur das die schneller zu erkennen waren. Das ganze führte dazu, das ich mich gegen die beiden Möglichkeiten entschieden haben und somit immer noch Crossgolfer bin.

    Irgend wie ist die Einstellung in der Richtung bei den meisten Clubs (ich sage nicht Golfer) doch sehr verschoben. Im Spicyforum kannst du dazu auch eine ganze Reihe von sehr tollen und vor allem sozialen Äußerungen lesen – ala, „ich bezahle lieber das Doppelte an Beitrag und Greenfee so lange nicht jeder spielen darf“.
    Leider wird es immer die eine oder andere Meinung geben die ins Extreme abdriften, der Grundtenor ist aber in den letzten 5-7 Jahren immer besser geworden – so in etwa wie es mehr öffentliche Golfanlagen gibt. Aber davon muss es noch viel mehr geben bis Golf nicht mehr als Sport der Reichen angesehen wird. Das wird sicher noch mal 10 Jahre dauern.

    —-
    Aber noch einmal zu den Kosten. Ich zahle wirklich gern den ein oder anderen Taler mehr für eine Sache, die mir Spaß macht und bei der ich die für mein Wohlbefinden notwendigen Rahmenbedingungen vorfinde (das nicht nur bei Golf).
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    Da geht es dir wie mir, so lange ich mir den Luxus leisten kann – verwöhne ich die Familie und mich. Ich muss mich Wohlfühlen und mit mir im Gleichgewicht sein. Das ist meine Lebensgrundlage seit vielen Jahren.

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    Rebel- ich würde mich wirklich freuen, wenn Du Deine Ideologie
    ein wenig außer Acht lassen könntest. Ich denke, es gibt auch andere Wege, bestehende Verkrustungen, die es zweifellos gibt,..
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    Ich wusste gar nicht das das schon eine Ideologie ist 😀
    Das muss ich mir noch mal in aller Ruhe bei einem Whisky durch den Hals laufen lassen 😉

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    Doch die Geschichte lehrt: Veränderungen und Freiheit wird es nur durch Infiltrieren, Machen und Gestalten geben.
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    Nur musst du den Satz zu ende führen: aber nur so lange man nicht zum System gehört. Ist man erst einmal Teil dieses Systems, welchen Grund hätte ich dagegen zu rebellieren?
    Veränderungen kommen immer nur von Außen, das System wird dadurch entweder abgelöst oder nimmt die Veränderungen mit auf.
    Wie das in Deutschland mit dem Golf steht, da denke ich mal ist noch nichts entschieden.

    So lange es hier nicht möglich ist als Freizeitspieler Golfen zu gehen, wird die Crossgolfszene weiter wachsen.

    Wir sollten uns echt mal live treffen…

    bis denne
    rebel

    p.S.
    tschuldigung wegen Schwerin….. 😉

  7. @ rebel: Die Golfanlage in Warnemünde bietet aktuell Fernmitgliedschaften für 120,00 € p.a. an. Es gab hier vor geraumer Zeit auch einen Artikel dazu. Dennis kann Dir gewiss auch noch den Einen oder Anderen Tipp diesbezüglich geben, war dies doch sein erster Club nach der Reinkarnation 😉

    Gestern in Hamburgs Golflounge waren zwei Golfunerfahrene Herren neben mir. Die wollten es wohl halt mal ausprobieren – what ever. Pro Abschlag 20 Probeschwünge – obwohl beide a) den Probeschwung nicht kennen und b) Sie auch nicht beabsichtigten einen zu machen. Von diesen 20 Versuchen, den Ball zu treffen, waren meist 5 extrem fett getroffen (oft machte der Spieler dann erst einmal schmerzbedingt ein Päuschen). Auch niedlich war der Versuch, mit dem Putter auch den Abschlag hinzubekommen. Der ältere Herr auf dem benachbarten Abschlag konnte nicht mehr an sich halten, und gab den Jungs dann kurz den ganz freundlich den Hinweis, dass der Putter nicht unbedingt der geeignetste Schläger für den Abschlag ist und verwies auf das nebenliegende Übungsgrün. Auch hat er Ihnen gleich noch einen Golfgriff gezeigt der die fetten Schläge etwas reduzierte. Ich gab den beiden dann auch noch zwei Tipps, wie Sie Ihre Trefferquote etwas erhöhen könnten.
    Wenn die beiden auf dem (als öffentlich gewünschten) Golfplatz vor mir am Abschlag stehen würden, kann man nur Beten und Hoffen, dass Sie oft nach hinten schauen und wissen, das Durchspielen lassen durchaus erwünscht sein kann. Auf die Platzbeanspruchung möchte ich gar nicht näher eingehen. Bei solchen Gästen auf der Anlage, kann der Greenkeeper nur hoffen, dass Sie auf den Grün nicht noch einen dynamischen Ball-Boden-Draw schlagen.

    Ich finde im groben die Idee der Platzreife sehr gut. Auf die Ausnahmen und die immer wieder erwähnten Möglichkeiten eine PE zu umgehen, möchte ich dabei nicht näher eingehen.

    Schaut man sich die öffentlichen Anlagen an, stellt man fest, dass dort sehr selten Golfer spielen, sondern nur Spieler, die Golf mal testen wollen. Oft sind die Fairways auch eher Äcker als Spielbahnen.

    Ich würde es Begrüßen, wenn die Golfclubs neben Ihren Plätzen auch einen Kurzplatz (3 oder 6 Bahnen) als öffentliche Anlage betreiben würden. Wenn dies nicht möglich ist, wäre zumindest eine Übungsbahn möglich. Die kostet nicht viel, und unterstützt den Breitensport. Da könnte der DGV auch bei den Erstkosten gewaltig subventionieren – im Sinne Ihrer Agenda.

    So – „ich habe fertig.“

    Heute ist alles etwas Zusammenhangslos, dies sei meiner 3 ½ Stundennacht geschuldet – Rechtschreibfehler dürfen gefunden werden.

  8. @ Martin,

    da brauchst du keine Angst haben das die mal vor dir auf dem Platz stehen. Die werden auch erst mal auf kleinen Kurzplätzen anfangen und sich dann „hocharbeiten“.

    Was die öffentlichen Plätze angeht, da habe ich bisher immer Glück gehabt. Dieses Zustände kenne ich nur vom hören uns sagen.

    Was sicher keiner weiß, der VcG subventioniert und finanziert mit seinen Einnahmen im großen Stil solche öffentlichen Anlagen und auch Kurzplätze auf Golfanlagen.
    Sicher auch ein Thema was man mal recherchieren und daraus mal einen passenden Artikel bauen kann…. @Dennis – du wolltest doch interessante Themen…

  9. Hi,
    da bin ich wieder und ich werde mich kurz fassen (ein Versuch).
    Hatte ja schon geahnt, daß ich auszuufern drohe.
    Will und werde Dich, Rebel, nicht gänzlich überzeugen.
    Meinungsvielfalt ist ja auch gut und sie erzeugt Reibung.
    Aber auf Eines muß ich noch einmal „kurz“ eingehen, was glaube ich, bei der ganzen Diskussion um Golf in D. mit entscheidend ist. Nämlich die Frage, laß ich mich auf die Gegebenheiten ein und versuche mitzugestalten? Oder lehne ich sie ab, da ich grundsätzlich anderer Meinung bin.
    Rebel mit Verlaub, in Deinen Wortmeldungen zu diesem Thema „höre“ ich oft einen grundsätzlich ablehnenden Unterton, den ich nicht so recht einordnen kann. Das soll keine Kritik sein, ich akzeptiere das.
    Du solltest dennoch unbedingt ein Teil der „Golfer“bewegung werden und dieses ohne Deine Identität aufzugeben. Ich meine, das könnte funktionieren. Die Möglichkeiten gibt es trotz aller Mißstände. Ich denke, daß kritische, gleichzeitig auch konstruktive Zeitgenossen zwar nicht immer bequem, jedoch für die Auseinandersetzung und Entwicklung unverzichtbar sind. Leider stirbt diese Spezies immer mehr aus, was ich schade finde.
    Herzlichst,
    Pommernjung.

  10. Hallo Pommernjung,

    danke für deine Antwort.
    So ganz Ablehnend stehe ich dem Golf ja nicht entgegen. Das sieht beim System schon ganz anders aus.
    Mein Problem wäre, wo kann ich mich einbringen als einzelner in einem großen Verein mit gefestigten Strukturen? Das ich da auf lange Sicht ehr frustriert aufgeben würde, ist die wahrscheinlichste Variante oder mich nur noch um mich selber kümmere die andere.

    So versuche ich hier auf kleiner Ebene, Menschen den Golfsport näher zu bringen (auch wenn es nur Crossgolf ist) und bin Glücklich dabei ohne mich verbiegen zu müssen.

    Vielleicht bin ich ja in weiter oder näherer Zukunft auch ein Teil des Systems und Besitzer der PE, nur um auch in Deutschland Golf spielen zu „dürfen“, deswegen werde ich trotzdem nicht Glücklich mit diesem System. Und schon ist wieder ein „Gegner“ übergelaufen und „gekauft“ worden. Ich habe bisher noch keine Ahnung welche Möglichkeiten ich im System habe dieses zu verändern. Das das dann nicht so aussieht wie ich es mir wünsche, ist der nächste Punkt. Die andere Möglichkeit wäre noch mal 10 Jahre zu warten wie sich Golf in Deutschland entwickelt. Bleibt diese weiter so positiv (wenn auch seeeeeeehr langsam), dann lohnt sich das – oder ich wandere noch Schottland aus (würde meiner Frau sicher auch gefallen) und lasse die Deutschen mit ihrem „Golfproblem“ allein. 😉

    Ich hoffe mal das wir uns weiter Unterhalten werden, vielleicht kann man zusammen mal ein Zukunftspapier entwickeln – oder wie man das auch bezeichnen will. Da wir aus zwei Unterschiedlichen „Lagern“ kommen und ganz Unterschiedliche Sichtweisen haben, stelle ich mir da schon Interessant vor.

    bis denn und auf Antwort wartend
    rebel

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