Laut einem Bericht der Ostseezeitung (OZ) werden die zahlreichen millionenschweren Golfplatz-Vorhaben auf der Insel Rügen derzeit stark verzögert.
Bisher war mit nicht ganz klar, dass auf Rügen derzeit insgesamt wohl 6 Projekte in Planung sind. Ich hatte bisher lediglich Kenntnis von drei Golfanlagen:
- Putbus / Lauterbach (18 Loch)
- Mukran/Sassnitz (18 + 9 Loch)
- Lancken/ Wittow (18 Loch)
- Lohme / Ranzow (18 Loch)
- Granitz / Binz (18 Loch)
- Sagard / Neddesitz (18 + 9 Loch)
Als Golfer freut man sich natürlich über so eine positive Nachricht, andererseits stelle ich mir die Frage, ob so viele Golfanlagen auf der Insel Rügen rentabel sein können?
Überteuerte Preise für Grund und Boden als Hauptgrund
Die OZ berichtet, dass fast alle Investoren derzeit Probleme bei der Realisierung ihrer Pläne haben. Der Hauptgrund seien Landankäufe und in diesem Zusammenhang die überteuerten Preise für Grund und Boden, so heißt es.
Das Land der Insel Rügen gehört zu großen Teilen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), welche viele der relevanten Flächen auf Rügen besitze, aber auch die Grundstücke privater Bauern seien angeblich betroffen.
„Überall, wo bekannt geworden ist, dass auf den Flächen Golfplätze entstehen sollen, sind die Preise so nach oben getrieben worden, dass es kaum mehr möglich ist, die Sache gut durchzufinanzieren“, schildert Günter Krüger, Dezernent im Amt für Raumordnung Vorpommern gegenüber der OZ.
Golfanlage Putbus/ Lauterbach
Laut OZ ist dem Projektentwickler Kay Hortien ein wichtiger Investor abgesprungen, weil die Grundstückspreise für die geplante 18-Loch Golfanlage angeblich explodiert seien. Für die fehlenden 40 Hektar Land fordere ein Landwirt aus der Region wohl Summen, die das Projekt unwirtschaftlich machen, so Hortien.
Derzeit arbeite man daran, einen neuen Investor zu finden und Ferienhäuser in das Projekt zu integrieren, um eine bessere wirtschaftliche Basis zu schaffen.
Golfanlage Mukran/Sassnitz (18 + 9 Loch)
Hier soll eine Golfanlage mit einem 18-Loch-Platzes an der Steilküste Mukrans für sechs Millionen Euro entstehen, für den bereits eine Baugenehmigung vorliegt. Der Berliner Investor Gerhard Kuhl, der bereits den Golfplatz Karnitz auf Rügen betreibt, soll ebenfalls Probleme mit den Grundstückspreisen haben. Trotz dieser Tatsachen so heißt es, werde der Baubeginn für Frühjahr 2011 angestrebt.
Golfanlage Lancken/ Wittow (18 Loch)
Thomas Krauß will in Lancken im äußersten Norden der Insel Rügen einen 18-Loch-Platz errichten. Den Baustart erhofft er sich laut OZ im Jahr 2012. Auch er steht in noch Verhandlung bezüglich Grundstückspreisen mit der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG).
Golfanlage Lohme / Ranzow (18 Loch)
Auch die Errichtung der Golfakademie Schloss Ranzow mit 70 Hektar großem 18-Loch-Meisterschaftsplatz im Lohmer Ortsteil ist noch nicht vollends in trockenen Tüchern. Derzeit fehlt dem Besitzer Wolfgang Zeibig wohl auch hier noch ein paar Flächen für die Realisierung.
In einem vorangegangen Artikel auf Golfen-MV über Schloss Ranzow berichteten wir bereits von den Plänen des Betreibers, der den Startschuss für die Golfanlage schon im Frühjahr 2011 sah. Jetzt ist laut OZ bereits von Herbst 2011 die Rede.
In Kürze wird es hierzu einen kleinen Beitrag zu dem aktuellen Stand der Golfakademie Schloss Ranzow auf Golfen-MV.de geben.
Golfanlage Sagard / Neddesitz
Hier ist von einem Baubeginn angeblich keine Rede mehr, weil der Investor fehlt.
Golfanlage Granitz / Binz
Auch auf Binz wurde der Baustart von Herbst 2010 auf März 2011 verschoben. Die benötigten Flächen wurden laut OZ teilweise für das achtfache des gängigen Verkehrswertes gekauft!
Jedoch fehlen noch weitere Gelder für die 8-Millionen Golfanlage. Eine “Greenfee-Kontingent – Umlage” auf die regionalen Hotels stieß auf Widerstand und hat sich bis jetzt nicht durchgesetzt.
Fazit
Der Bau der geplanten Golfanlagen steht größtenteils in der Schwebe.
Deshalb ist es begrüßenswert, dass sich jetzt auch die Politik in der Sache “Golf auf Rügen” einschaltet. Laut OZ will der CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz die Investoren, Behörden und Landbesitzer an einen Tisch holen.
Grundsätzlich kann man ja verstehen, dass die Grundstückbesitzer einen ordentlichen Reibach mit ihren Grundstücken machen wollen, aber es schadet der ganzen Region!
Ich hoffe, dass die Politik hier vermitteln kann und Lösungen findet.
Wie seht ihr das? Ist der Verkauf von Land zum achtfachen Preis des Verkehrswertes, wie im Fall von Binz, nicht Wucher und laut deutschem Gesetz verboten? Habt ihr weitere Informationen über die Projekte oder habt etwas hinzuzufügen?
Teaser-Bild: www.schloss-ranzow.de / pixelio.de




























