Fleesensee Resort – ein neues Kapitel

Anmerkung: Ihr findet hier eine Zusammenfassung der Fakten aus den Medienbeträgen der letzten Wochen über den Verkauf des Land Fleesensee. Die Beiträge sind am Ende des Artikels nochmal verlinkt.

Am Fleesensee wird 15 Jahre nach der Eröffnung ein neues Kapitel aufgeschlagen.

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Aus Land Fleesensee wir das Fleesensee Resort – copyright Land Fleesensee

Das 550 Hektar große „Land Fleesensee“ an der Mecklenburgischen Seenplatte ist mit ca. 1600 Betten, ca. 500 Beschäftigten und der großzügigen Golfanlagen eines der größten Freizeit- und Golfresorts in Deutschland.

Es wurde 1998/1999 mit hoher öffentlicher Förderung (ca. 50 Millionen Euro) und über einen Investmentfonds für rund 200 Millionen Euro gebaut. Die Eröffnung erfolgte vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Da die damals 1800 Gesellschafter hinsichtlich der Gewinnerwartungen lange enttäuscht wurden und der Fonds in Finanznöte geriet, wurde Ende 2012 der Verkauf vom Land Fleesensee beschlossen.

Mit dem Verkaufspreis sollte ein 1999 in Schweizer Franken aufgenommener Kredit von umgerechnet 52 Millionen Euro abgelöst werden, was zu einer immensen Belastung für die Gesellschaft wurde.

Wer sind die neuen Eigentümer?

Nach ca. 2 Jahren Verhandlung wurde Anfang Oktober 2014 der Verkauf an die Lindner Investment Management (LIM) GmbH als neuen Eigentümer bestätigt. Über den Kaufpreis wird bisher geschwiegen.

Das Unternehmen gehört zur Lindner Gruppe, denen auch die Hotelkette Lindner Hotels angehören. Lindner ist ein bekannter Name in der Tourismusszene. Die Lindner-Gruppe hat nach eigenen Angaben im Hotelgeschäft ca. 2500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 180 Millionen Euro. Insgesamt gehören 33 Hotels in sieben Ländern Europa dazu.

Die Lindner Gruppe stemmt das Projekt aber nicht alleine. Der Kauf wurde in Kooperation mit dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer durchgeführt.

Die Lindner Management GmbH und das Versorgungswerk der Zahnärztekammern Berlin, Brandenburg und Bremen gründeten dazu eine neue Betreibergesellschaft – die Fleesensee Holding – an der das Versorgungswerk 45 Prozent hält. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer (verantwortlich für rund 8000 Zahnärzte) wolle mit dem Kauf nach Angaben des Unternehmenssprechers Ralf Wohltmann, die Renten und Altersversorgungen der eigenen Mitglieder sichern. Das Unternehmen investiert schon länger in Immobilien.

Beide Partner sind gemeinsam bereits an zwei Hotels in Berlin und Köln beteiligt und verfolgen laut Aussage langfristige  Ziele in Göhren-Lebbin.

Was wird sich ändern?

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Fleesensee aus der Vogelperspektive (ohne Iberotel) – copyright Land Fleesensee

Oftmals besteht bei Übernahmen oder Verkäufen die Unsicherheit, ob und wie es weitergeht und vor allem, ob die Belegschaft ihre Jobs behält.

Die neuen Eigentümer haben aber von Anfang an deutlich gemacht, dass alle rund 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben und das trotz Kauf der Anlage immer noch genügend Geld da sei, um kräftig in die Anlage zu investieren.

Investitionen und Ziele der Lindner Gruppe

Eine Summe von 10 Millionen Euro steht im Raum.  Mit dem Geld sollen in den nächsten zwei Jahren die drei Hotels (Robinson-Club, Schlosshotel, Dorfthotel und das Thermalbad) attraktiver gestaltet werden. In den Medien wurde die Verschönerung der Zimmer angesprochen.

Der neue Eigentümer plant auch die Erweiterung des Tagungsgeschäfts und will verstärkt Kongresse und Veranstaltungen außerhalb der Ferienzeiten anbieten. Darüberhinaus soll durch bessere Koordination der Einrichtungen und Angebote das Potenzial für Großveranstaltungen mit 1000 bis 2000 Teilnehmern erschlossen werden.

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Lindner Hotel Am Ku’damm in Berlin – copyright Lindner Hotels

Ein weiterer Plan sieht auf längere Sicht vor, eigene Bio-Nahrungsmittel um Göhren-Lebbin herum anzubauen und zu vermarkten. Gedacht werde dabei an Obst, Gemüse und Nutzvieh, aber auch an Fische aus den Gewässern auf dem Golfgelände.

Neue Vermarktungsstrategie

Außerdem wurde jüngst das neue Entwicklungskonzept vorgestellt. Laut Aussage von Kai Richter (LIM-Manager) gebe es in erster Linie kein Qualitätsproblem, sondern ein Vermarktungsproblem. Die touristischen Angebote sollen deshalb zukünftig nicht mehr dezentral durch die einzelnen Hotels und Reiseveranstalter vermarktet werden. Dies habe seiner Meinung nach zu „Streuverlusten, niedrigen Übernachtungsraten und einer geringen Auslastung“ geführt.

Des Weiteren habe sich, nach Meinung der neuen Käufer, der Name Fleesensee  bisher nicht als Marke verankert. Hier wird es wohl einen Markenrelaunch geben.  Auf den Zusatz „Land“ im Namen wird zukünftig verzichtet. Der Name werde auf  „Fleesensee Resort“ wechseln.

Die Lindner-Gruppe wolle künftig die Marketingaktivitäten bündeln und sowohl auf den heimischen als auch internationalen Markt ausrichten. Veranstalter bekommen also künftig alles aus einer Hand.

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Das Schlosshotel soll mehr in den Fokus gerückt werden – copyright Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee

Klar ist wohl auch, dass das Schlosshotel mehr in den Mittelpunkt rückt. Um das zu unterstreichen wird dies in naher Zukunft wohl auch auf dem neuen Logo des „Fleesensee Resorts“ erkennbar sein.

Die Zusammenarbeit mit den aktuellen Bewirtschaftern wird  fortgesetzt. Derzeit ist die TUI-Gruppe Pächter des Robinson-Clubs und des Dorfhotels bis 2020. Das Schlosshotel wird von der Radisson-Gruppe bewirtschaftet.

Nicht verkauft wurde übrigens das erst später errichtete Iberotel am Fleesensee im Ortsteil Untergöhren. Dies wird eigenständig bleiben.

Ein neuer Anfang

Wollen wir für die Region hoffen, dass das Land Fleesensee genau in die richtigen Hände gelangt ist und das die Neuausrichtung und Vision der neuen Eigentümer greift.  Ich gehe davon aus, denn das was ich lese macht alles Sinn und klingt nach einem wohlüberlegten Plan und Konzept.

Durch den Verkauf der Anlage verlieren Tausende der damaligen Anleger ihr Geld. Doch sind die meisten wahrscheinlich froh, dass diese Geschichte nun endlich vorbei ist.

Das Fleesensee Resort hingegen schlägt ein neues Kapitel auf und wagt einen neuen Anfang. Was denkt ihr über den Verkauf und den neuen Eigentümer? Was haltet ihr von den Äußerungen zur Vermarktungstrategie? Teilt es in den Kommentaren gerne mit.

Presseberichte über den Verkauf des Land Fleesensee:

Morgenpost – Berliner Zahnärzte kaufen das Golfresort „Fleesensee“
Nordkurier – „Land Fleesensee“ wurde verkauft
Nordkurier, 06.10.2014 – Am Fleesensee hoffen alle auf frischen Wind
SVZ.de, 07.10.2014 – Fleesensee: Anleger zahlen drauf
FR-Online.de, 08.10.2014 – Millionengrab ist verkauft
ndr.de – 16.10.2014 – Fleesensee: Eigner will Millionen investieren
Nordkurier, 16.10.2014 – Neben Golf künftig auch Gemüse
SVZ.de – Zahnärzte polieren Ferienpark auf

(Chronologisch sortiert ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Weitere Verlinkungen:
Lindner Investment Management (LIM) GmbH
Zahnärzteverband Berlin
Fleesensee Resort

 

Über Dennis Born 471 Artikel

Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern.
Hauptberuflich leitet er die Internetagentur „viminds – onlinemarketing“ in Rostock und ist glücklich verheiratet.

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