Einmal zur airberlin Trophy nach Fleesensee und zurück

Mitten im Oktober 2009, an diesem Sonntag, entschlossen wir uns, noch bevor sich die Saison endgültig dem Ende neigt, eines der letzten Golfhighlights in dieser Saison zu erleben. Wir hatten Lust zum Golf- und Countryclub Fleesensee zu fahren, denn keiner von uns kannte bisher die Meisterschaftsplätze, wie den Scandinavian- oder den Schloss Course.

Beim Blick in den Turnierkalender sprang uns die airberlin Trophy am 17.10.09 ins Auge. Bei airberlin denke ich an ein international agierendes Luftfahrtunternehmen – sicher wird das Turnier ein bischen größer ausfallen und mit guten Preisen ausgestattet sein – malten wir uns im Vorhinein aus. Das diese Vorstellung etwas hochgegriffen war, stellt sich jedoch erst hinterher heraus.

Der Preis für das Turnier betrug 60€ für das reguläre Greenfee (für Mitte Oktober) und 7,50€ für die Turniergebühr. Ein insgesamt stattlicher Preis – unsere Vorfreude und die Erwartungshaltung stieg.

Unser Golftag im Golf- und Countryclub Fleesensee

Air Berlin Trophy Fleesensee1
Scandinavian Course - Fahne am 18. Grün

Die Anfahrt
Sonntag früh, aufstehen um 7Uhr, 6 Stunden geschlafen, aber hellwach und gut drauf. An den Tagen und in der Nacht zuvor dominierte der Regen und es war hundekalt draußen. Ich hoffte an diesem Morgen auf gutes Wetter, denn Dauerregen und durchnässte Sachen konnte ich mir mit meinem Husten, der mir immer noch zu schaffen macht, nicht leisten. Ein Liter heißer Salbeitee in der Thermoskanne sollte mich auf unserer Runde begleiten und meine strapazierten Bronchien beruhigen. Der Rest lag nicht in meiner Hand. Los gehts…

Um 8 Uhr steht Martin mit dem geräumigen VW Sharan vor der Tür und holt mich ab. Wir fahren bei Guido vorbei, der für uns alle leckere Lunchpakete vorbereitet hat und dann sind wir komplett – A19 Richtung Berlin wir kommen!

Auch der Blitzer kurz vor dem Land Fleesensee auf der B192 beim Kloster Malchow, der bestimmt ein ganz tolles Erinnerungsfoto schoss, konnte unsere Laune nicht eintrüben. Das Bild, als Teil der Geschichte unseres Golftages wird eventuell nachgeliefert oder Martin?

Das Turnier
Kurze Zeit später betraten wir das großzügige Clubhaus und meldeten uns am Golfcounter an. Wir waren beeindruckt von Größe und Luxus des Gebäudes. Der Pro Shop ist traumhaft ausgestattet.

Auf die Frage nach einem „Birdiebook“ erlebten wir allerdings die erste kleine Ernüchterung – es gab keine mehr. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, das vor kurzem 2 Bahnen geändert worden seien und die alten Birdiebooks deshalb aus dem Verkehr gezogen wurden. Das ist ja auch okay, aber für uns Platzunerfahrene hätte ich mir eine als Alternative gewünscht. (z.B. ein provisorischer Ausdruck oder whatever)

Eine nette Überraschung gab es aber trotzdem: Wir erhielten ein kleines Tütchen mit Logotees, Pitchgabel und Ballmarker. Das ist nicht üblich, darüber haben wir uns gefreut.

Zum Einschlagen marschierten wir direkt zur beeindruckenden, kreisrunden Driving Range – der Golfarena. Hier gibt es massig Abschlagplätze und alle Golfer schlagen in das Rondell, welches einen Durchmesser von mehr als 300m hat. Das ist wirklich beeindruckend – diese Driving Range ist einmalig in Deutschland. Die Sonne strahlte vom Himmel und unsere Vorfreude auf den Skandinavian Course wuchs mit jedem Übungsschwung.

Abschlag von Tee 1 gegen 09:50Uhr.
Freundlich wurden wir per Handschlag an Bahn 1 begrüßt. Kurz zeit später flogen die ersten Drives. Wir waren einstimmig der Meinung, dass wir einen sehr gut gepflegten Platz vorfinden. Die Grüns sind rasiermesserscharf gemäht und trotz Nässe pfeilschnell. Die Bunker befanden sich ebenfalls in einem hervorragendem Zustand.

Blick vom Abschlag zum 9. Grün
Blick vom Abschlag zum 9. Grün

Auch die liebevoll gepflegten Fairways, präsentierten sich in bestem Zustand, außer das fast überall in den Drive-Landezonen und auf den Abschlägen Hunderte von Divots lagen. Dies lässt darauf schliessen, dass der Platz sehr gut frequentiert ist, was für ihn spricht.

Auf den Grüns waren teilweise sehr viele Pitchmarken zu finden, anscheinend nehmen es viele der Besucher des Scandinavian nicht so genau mit der Etikette, die Pitchmarke auszubessern. Das ist jedoch kein Kritikpunkt am Platz, für diese Dinge sind selbstverständlich die Golfer verantwortlich.

Unabhängig davon, war der Platz wie bereits geschildert in einem sehr guten Pflegezustand, der mit den besten Golfplätzen in Mecklenburg-Vorpommern locker mithalten kann. (Eikhof in Wittenbeck, WINSTONopen in WINSTONgolf oder MV-Platz im Golfpark Strelasund)

Unser Spiel
Unser Spiel, insbesondere mein Spiel, war grottenschlecht – das trifft es am besten. Ich habe 8 (!) Löcher gestrichen und nur 2 oder 3 Bogeys gespielt. Ein paar Drives flogen über 200m, zumeist aber links und rechts der Spielbahnen.

An Bahn 7 oder 8 hatte ich das Turnier bereits abgehakt und mich mit einer Handicapverschlechterung von -0,2 auf 35,7 abgefunden. Für mich war das aber okay- denn fortan spielte ich ohne Krampf locker weiter.

Unser schlechtes Spiel lag meiner Meinung nach aber nicht am Niveau des Scandinavian Course. Der Platz spielt sich nicht übermäßig schwer, er ist zu jedem Zeitpunkt übersichtlich und fair. Wasserhindernisse gibt es nicht allzu viele und das Rough ist nur streckenweise richtig hoch. Ich glaube, dass die Anzahl der Bunker wohl die größte Schwierigkeit darstellt. Mein persönliches Bunkertraining endete an Bahn 18 mit schätzungsweise 10 Schlägen. Das sagt wohl einiges. 😉

Unser Gesamteindruck
Zurück im Clubhaus setzen wir uns in das Restaurant des Clubhauses und unterschrieben unsere Scorekarten. Das Restaurant ist modern, hell und freundlich eingerichtet. Ich persönlich bevorzuge nach einem kalten Oktobertag allerdings eine etwas gediegenere und rustikalere Atmosphäre. (Bsp. GC Tessin mit offenem Kamin)

Kurze Zeit nach dem die Scorekarten abgegeben waren, kam der gleiche junge Mann in das Restaurant, der uns zu Turnierbeginn begrüßt hatte. Er sprach genau 3 Sätze und verkündete die Sieger der Wertungsklassen. Es gab Preise für die Plätze 1-3 der Nettowertung und für Platz 1 der Bruttowertung.

Er hatte 4 Gutscheine vom Golf- und Countryclub Fleesensee in der Hand und sonst nichts. Für den Golfer war nicht erkennbar, dass „airberlin“ als Namensgeber irgendetwas zu diesem Turnier beisteuerte, außer wehende Fahnen. Das war irgendwie ernüchternd.  Nichtsdestotrotz: Die „glücklichen“ Sieger erhielten ihre Wertgutscheine und nach 5 Minuten war alles vorbei.

Fazit: Bei uns kam leider zu keinem Zeitpunkt richtige „Turnieratmosphäre“ auf. Wir hatten das Gefühl, dass die airberlin-Trophy eine Art „Sonntags-Low-Budget Turnier“ ist. Es gab keine Halbrundenverpflegung, (Okay, das Cart fuhr herum und wir hätten was kaufen können, aber da lobe ich mir die Brötchen im Golfclub zum Fischland, welche im Turnierpreis inklusive sind), keine Sonderwertungen, wie z.B. Nearest to the Pin oder Longest Drive und es gab nur eine paar Gutscheine als Hauptpreise.

Air Berlin Trophy Fleesensee-14
Unsere Golfgruppe nach 18 Loch bei der airberlin Trophy Fleesensee

Die Erwartungen durch den Turnierpreis in Höhe von 67,50€ wurden leider nicht erfüllt, auch wenn nur 7,50€ Turniergebühr veranschlagt wurden. Es geht eher um die zu hohe Gesamtsumme und die dahinterstehende Leistung im Vergleich mit bisher Erlebten.

Zum gleichen Preis haben wir in anderen Golfclubs in Mecklenburg-Vorpommern (deren Platz auf gleichem Niveau ist) bei feinstem Essen vom Buffett oder bei einem feudalen 3-Gänge-Menü diniert, Rundenverpflegung nach 9-Loch genossen sowie Preise in anderen Größenordnungen erlebt (Reisen, Golfbags etc.). Aber vielleicht erwarten wir zu viel oder haben wir einfach nur einen schlechten Tag erwischt?!

Der Golf- und Countryclub Fleesensee ist unabhängig von unseren Erlebnissen eine beeindruckende Golfanlage auf der Golfer alles geboten wird.

Der Scandinavian Course ist mit einer der schönsten Golfplätze in MV und spielt sich hervorragend. Jedoch sollte die Clubleitung in unseren Augen die Ausführung der airberlin Trophy überdenken. Aber wie gesagt, vielleicht war unser gestriger Turniersonntag bei der airberlin Trophy auch nicht stellvertretend für die anderen Turniertage?!

Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Habt ihr selbst Erfahrung mit Turnieren im Golf- und Countryclub Fleesensee oder in anderen Golfclubs in MV gemacht? Haltet ihre unsere Kritik für zu hart und übertrieben? Schreibt einen Kommentar – ich freue mich auf eure Meinung.

Über Dennis Born 471 Artikel

Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern.
Hauptberuflich leitet er die Internetagentur „viminds – onlinemarketing“ in Rostock und ist glücklich verheiratet.

3 Kommentare

  1. Ein schöner Bericht, auch wenn eure Ergebnisse nicht das sind was ihr erhofft habt.
    Also knapp 70€ für eine Runde sind mir persönlich zu viel, auch wenn es ein toller Platz ist.

    Wenn ihr wollt das sich dort was ändert, solltet ihr dem Club einen link zu diesem Beitrag schicken. Vielleicht ändert sich ja was am Austragungsmodus?!?

    Das mit den Pitchmarken scheint aber ein weit verbreitetes Problem zu sein und auch dort wo keine Greenfeespieler sind, deshalb ja auch de Wink mit dem Zaunsfeld…. „Eine nette Überraschung gab es aber trotzdem: Wir erhielten ein kleines Tütchen mit Logotees, Pitchgabel und Ballmarker. Das ist nicht üblich, darüber haben wir uns gefreut.“

  2. Hallo Dennis,

    es war wirklich ein toller Golf Tag. Wir hatten für die Jahreszeit und entgegen den Vorhersagen bestes Wetter mit Sonne satt. Nochmal meinen Dank das Du die Gereenfees für uns übernommen hast sowie Danke an Guido, dessen Lunchpakete noch lange Ihresgleichen suchen werden. Es war toll mal wieder unsere „Herrenrunde“ zu spielen.
    Ich hoffe das der Film des Blitzers bereits voll war und ich das „Erinnerungsfoto“ nicht nachliefern kann – aber wer weiß…
    Dass wir kein Birdiebook hatten empfinde ich für einen solchen Platz mit dem Greenfee in dieser Jahreszeit skandalös. Ich hätte liebend gerne eines von den alten besessen, in dem nur zwei Bahnen falsch abgebildet sind. Immerhin hätte ich 16 Bahnen mit wesentlich besseren Bedingungen spielen können. Was mich auch etwas verwunderte war die Flighteinteilung. Nach unserem 3-er Flight startete ein 2-er im Cart! Wer macht bitteschön so etwas??? Wir haben die Zwei ja dann an Bahn 3, oder war es schon Bahn 2, durchspielen lassen.
    Etwas Komisch, (und leider negativ Beeinflussend – die Drives flogen weit – weit – weit ins Aus) dass bei unserem Start bereits der letzte Flight, 30 Minuten später startend, am Abschlag stand und jeden Drive fleißig Kommentierte. Aber jedem das Seine…
    Auch habe ich mich doch schon arg an den auffällig stark zerpflügten Drivelandezohnen sowie den typischen Annähungsschlagbereich vor dem Grün gestört. Mir kam es vor, als hätten vor uns, bereits gefühlt 500 Golfer an besagten Stellen einen Ball-Boden-Draw geschlagen. Ich bin kein Greenkeper und weiß nicht genau wie schnell so etwas Ausgebessert werden kann, aber es ist schon lustig, wenn super schön gemähte und dicht bewachsene Fairways an einigen Stellen von weitem fast wie Kopfsteinpflasterstraßen aussehen.
    Alles im Allem war es schon ein toller Golf Tag, vor allem die strahlende Sonne machte die vielen kleinen Ärgernisse fast wieder gänzlich wett. Warum das Turnier nun Airberlin Trophy hieß ist mit bis heute ein Rätsel aber vielleicht zahlt Airberlin ja dafür, dass diese Turnierserie mit Siegerehrung in an Mensasaal erinnernder Gastronomie so heißt. Eigentlich stellt ein Sponsor ja Preise, Giveaways oder Teegeschenke zur Verfügung – die Finanzkriese hat aber wohl auch um Airberlin keinen Bogen gemacht. (Vielleicht soll es aber auch die Discountstrategie unterstreichen 😉 )Meinen Geschmack haben Sie damit leider nicht so ganz getroffen.
    Ich freue mich schon auf unsere nächste Runde – hoffentlich wieder bei solch schönem Wetter.
    Martin

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