Turnier sucht Tradition

…oder wie der Wirtschafts-Golfcup MV zu seinem Pokal kam.

Es war irgendwann im Herbst des Jahres 2012, als mich der Gedanke packte, warum wir hier in Mecklenburg-Vorpommern keinen eigenen offiziellen Wirtschafts-Golfcup haben. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit neun Jahren in der Turnierorganisation zuhause und war für einige der größten Tourismusunternehmen Deutschlands unterwegs. Ich hatte zu dem Zeitpunkt wirklich mehr als genug Dinge im Kopf. Aber dieses Thema „Wirtschafts-Golfcup MV“ wurmte mich seit dem Tag, an dem mich der Gedanken das erste Mal traf.

WGC-LogoIn der Winterpause, die aufgrund der intensiven Vorbereitung der nächsten Saison nicht wirklich den Titel „Pause“ verdient, hatte ich die Chance, weiter auf meiner Idee herumzudenken. Das Kernkonzept stand für mich dabei relativ früh fest: Ein hochwertiges Event in sportlich-familiärer Atmosphäre, mit einem Team-Spielmodus und einem möglichst kompakten zeitlichen Ablauf.

Und weil der „Wirtschafts-Golfcup MV“ etwas besonderes sein sollte, wollten wir ein dem alten Golfsport-Spirit gerecht werdendes Symbol. Traditionell und dennoch modern. Und in jeder Hinsicht einzigartig. Wie das dann am Ende tatsächlich aussehen sollte, wusste ich allerdings selbst nicht. Bis zum 6. Juli 2013.

An eben jenem Tag waren wir mit der AIDA Golf Trophy im altehrwürdigen GC Baden-Baden zu Gast. Der Golfclub gehört zu den Ältesten Deutschlands und ist eines von nur sieben Gründungsmitgliedern des DGV. Wenn ich hier keine Inspiration für eine traditionsreiche Trophäe bekomme, dann wahrscheinlich nirgendwo.

Soweit kam es aber nicht. Mein Stöbern im Kaminzimmer des Clubhauses war nämlich erfolgreich. Der Pokal, den ich nun abfotografierte, war zwar noch gänzlich aus Metall. Aber der Clemens Blascheck wird das auch aus Holz bauen können, dachte ich mir. Und so begann für die Tischlerei in Kavelstorf ein eigentlich ganz kleines Projekt…und verschlang im Laufe der kommenden Wochen nicht nur immer mehr Arbeitstunden, sondern auch zunehmend viel Herzblut. Unsere Tischler fühlten sich nämlich bei der Ehre gepackt. Das Dinge musste richtig gut werden. Und das wurde es auch.

Ich möchte behaupten, dass es hier in Mecklenburg-Vorpommern keinen vergleichbaren Golfpokal gibt. Und dass wir wahrscheinlich sogar deutschlandweit die schönste Golf-Trophäe haben, die in den letzten Jahren hergestellt wurde. Aber Tradition schafft sich eben nicht von alleine. Sie entsteht vielmehr durch Herzblut und Hartnäckigkeit. Und wenn das offizielle Wirtschafts-Turnier von Mecklenburg-Vorpommern ein Mal im Jahr seine Pforten öffnet, darf ein solches Symbol nicht fehlen. Wir Mecklenburger mögen vielleicht zurückhaltende Menschen sein. Aber verstecken müssen und werden wir uns nicht.

WGC 2015 4Der Wanderpokal des Wirtschafts-Golfcup MV ist gebaut für eine lange und erfolgreiche Geschichte. Und ich hoffe, dass wir unsere hohen und langfristigen Ziele auch tatsächlich erreichen. Das jüngste Kapitel des Turniers haben wir gerade erst vor wenigen Tagen geschrieben. Am 14. Juni 2015 fand die diesjährige Ausgabe des Events statt, und zwar auf der erst kürzlich von der „ZEIT“ ausgezeichneten Golfanlage Warnemünde.

Die bewusst überschaubare Zahl von 44 Unternehmern, Selbständigen und leitenden Angestellten traf bei bestem Golfwetter (…das bisschen Wind…) auf einen Meisterschaftsplatz in bester Form. Wir haben einen Zweier-Scramble gespielt. Eine Turnierform also, die durch ihren lockeren Charakter und den großen Spielspaß auffällt. Was mich selbst überrascht hat, war die ausgesprochen familiäre Atmosphäre des Events. Dies ist für mich zwar immer ein Ziel – aber nur selten finden wir uns so harmonisch wieder wie hier. Als Rundenverpflegung gab es übrigens Hot Dogs, á la minute zubereitet vom Wismarer Start-Up „Coney 1871“. Den Bruttosieg trugen Axel Hoffmeister und Marc Mauersberger (GA Warnemünde) mit 29 Bruttopunkten davon. Den Nettosieg erzielte das Team von Dr. Jutta und Dr. Rudolff Simm (OGR Wittenbeck) mit 53 Nettopunkten. Die beiden werden per eingelassener Plakette auf dem oben beschriebenen Wanderpokal festgehalten.

Ein wichtiges Teilziel, auf das ich in diesem Jahr hingearbeitet habe, war unsere Benefizaktion „Eine gute Tat“. Es gab mal eine Zeit, in der ich der Meinung war, dass bereits genug „Gutes“ getan wird. Und ich musste mir bewusst werden, dass ich damit ziemlich falsch lag. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass auch kleine Unterstützungen viel bewirken können. Und dass lokale oder regionale Hilfe die wertvollste von allen Möglichkeiten ist. Wir wollten unbedingt etwas tun. Wir wollten die viel zu jungen Patienten der Kinderdialysestation der Uniklinik Rostock unterstützen. Deren Ferienfreizeit musste in den letzten Jahren immer stärker zurückgefahren werden. Von ehemals zwei Wochen ist nunmehr nur noch ein Wochenende übrig geblieben. Dabei müssen diese Kids auf so viel in ihrer Kindheit verzichten. Unser selbst gestecktes Ziel sollte es also sein, soviel Geld zu sammeln, dass wir damit einen richtig schönen Ausflugstag für die Kids und ihre Geschwister organisieren können. Jeder unserer Unterstützer und jeder unserer Teilnehmer hat dazu beigetragen, dass wir dieses Ziel tatsächlich erreicht haben. Ein Verbündeter, mit dem ich lange gar nicht gerechnet hatte, waren meine alten Freunde von AIDA Cruises. Michael Ungerer, mein ehemaliger Chef und heutiger CEO der in Rostock beheimateten Reederei, hat ein frühes Originalbild von Feliks Büttner gestiftet. Büttner ist der Künstler, der die markante Rumpfbemalung der AIDA-Schiffe ersann und sie bis heute umsetzt. Mit Hilfe der Versteigerung, der vorangegangenen Tombola und unseres Bauchladens für den Guten Zweck konnten wir 2.490 Euro sammeln. Und das, obwohl wir lediglich die (bewusst) überschaubare Zahl von 44 Spielern sowie einige zusätzliche Abendgäste waren.

Ich bin gleich am Montag in der Kinderdialysestation gewesen und habe den dortigen Verantwortlichen das Ergebnis mitgeteilt. Ich merke jedes Mal wieder, dass wir genau die Richtigen unterstützen. Denn hier gibt es keinen Tebartz-van-Elst-artigen Stiftungsvorstand, der darauf wartet, mit unserer Spende seinen First-Class-Flug bezahlen zu können. Und hey, 2.490 Euro klingt im Vergleich zu den großen Beckenbauer- und Laureus-Turnieren vielleicht nicht viel. Aber wir haben damit die Chance, die Welt für diese Kids ein kleines bisschen zu verändern. Und sei es auch nur für einen Tag. Und genau darauf freue ich mich sehr. Gemeinsam mit der ärztlichen Leitung und der Stations-Psychologin werden wir uns etwas Schönes ausdenken. Und mit etwas Glück gibt es unser Turnier auch im nächsten Jahr. Und im Jahr darauf. Unsere Benefizaktion „Eine gute Tat“ möchte ich jedenfalls zu einer Tradition werden lassen. Genauso wie unseren Pokal. Auf unsere Hartnäckigkeit kann sich da draußen jedenfalls jeder verlassen. Und wer uns bei unserem Unterfangen helfen möchte – oder einfach nur mitspielen will – wende sich bitte gerne direkt an mich.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr/Euer Christopher Tiess

P.S.: Mein allerherzlichster Dank geht an den Landesgolfverband MV, die Steuer- und Unternehmensberater von KSR, Lutter Immobilien, den Küchentreff Rostock, BeSTT Logistik, das VW-Autohaus Rostock sowie AIDA Cruises. Ebenfalls danken möchte ich der Yachthafenresidenz Hohe Düne, dem THE GRAND Ahrenshoop, dem Landhotel Schloss Teschow, der Tischlerei Blascheck, dem Grand Hotel Heiligendamm, der Fleesensee SPA World, der Weinhandlung Harms&Steder, der Kunsthalle Rostock und meinen guten Kollegen der Taurus-Werbeagentur.

Bilder: copyright tiessgolf.com / A. Schuldt

Über Dennis Born 471 Artikel

Der Gründer und Autor dieser Webseite golft in seiner Freizeit leidenschaftlich gern.
Hauptberuflich leitet er die Internetagentur „viminds – onlinemarketing“ in Rostock und ist glücklich verheiratet.

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