So sind sie, die Golfer!

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Krimis im ZDF: Soko Wismar: Später Frühling ( Der Tod eines Golfspielers, war im Herbst 2011 gesendet worden.)

Da liegt einer tot im Sandbunker der 17. Bahn. Männlich, um die 50. Später Frühling eines alternden Fremdgängers wird angedeutet, indem gleich die attraktive Gespielin ins Blickfeld gerät. Sie wird zunächst als Verursacherin des Ablebens verdächtigt. Geschieht dem Golfer und Schwerenöter ohnehin recht, dass er tot ist. Präsident des Golfclubs ist er auch noch! Aber jetzt ist er hingemeuchelt.

Die junge Dame versichert jedoch glaubhaft, dass sie nach dem neunten Loch ihrem Lüstling mitgeteilt habe, dass mit dem Einlochen Schluss sei. Also sucht die Soko Wismar weiter.
Die eifrigen Ermittler graben also den Sandbunker, den Tatort, um und was finden Sie? Schätzungsweise 50 Kippen und einen Haufen Flachmänner!! Wirkte auf meinem Fernseher furchterregend!

Plötzlich wurde mir klar, in welchen Kreisen ich mich als passionierter Golfer permanent bewege: unter Suchtkranken und Schwerstabhängigen, jedenfalls nach Einschätzung des Regisseurs. (In meiner über zehnjährigen Golferfahrung, die von pausenlosem Harken von Bunkern geprägt ist, habe ich nicht ein einziges Mal einen Flachmann ans Tageslicht befördert!)

Natürlich finden die Ermittler im Bunker auch noch eine Ballmarkierung im Wert von 8000 €, schließlich sind Golfer Geldprotze. (Da sieht man auch mal wieder, was wir in Niedersachsen für kümmerliche Golfer sind, wir nehmen als Markierung immer ein kleines Stück Plastik oder einen Knopf vom Handschuh!. Da herrschen in Mecklenburg Vorpommern offenbar ganz andere Golfsitten!)

Schließlich findet die Soko Wismar auch noch einen Brillanten im Sand, nah klar, schleppt der Golfer auf dem Golfplatz mit sich rum.
Als Täter ermitteln die netten, adretten Ermittler schließlich einen Greenkeeper. Jener war vom späteren Frühlingstoten zu einer Wette animiert worden: Wenn der Greenkeeper mit einem Bunkerschlag das Loch treffe, würden bei dem Freund und Kollegen des Greenkeepers 52.000 € Schulden durch den Präsidenten erlassen. (Das sind ja auch die üblichen Summen, um die Golfer so zocken.)

Und dann haut der Greenkeeper das Ding tatsächlich ins Loch, und der miese Präsident sagt April, April und entlässt den Westentaschenkaymer auf der Stelle. (Na klar, Golfer gebärden sich wie Gutsherren!) Der arme Greenkeeper dreht daraufhin durch, erschlägt seinen Chef mit dem Sandwedge, obwohl man für diese Zwecke gewöhnlich das Siebener Eisen nimmt. So sind sie die Golfspieler! Alkoholiker, Kettenraucher, Fremdgänger, und miese Arbeitgeber. Und als Mörder nehmen sie auch noch das falsche Eisen.
Immerhin: Fall von der Soko Wismar souverän geklärt.

Aber welch groteskes Zerrbild ist hier vom Golfspiel entworfen worden, ausgerechnet im Urlaubsland Mecklenburg Vorpommern, das auf seinen wunderschönen Golfplätzen Greenfeespieler sicher gut gebrauchen kann. Ein bisschen mehr Imagepflege würde Sinn machen! Natürlich wird der Regisseur sagen: alles nur Fiktion, regt euch nicht auf.

Doch! Ich habe mich aufgeregt! Ich lasse mich nicht gerne nicht gerne von solchen öffentlich-rechtlichen Einfaltspinseln durchbeleidigen – zumal ich sie mit meinen Gebühren zwangssponsern muss!!

3 Kommentare insgesamtSchreibe jetzt einen Kommentar!
  1. Hallo Herr Hellmann

    Na ja,  so lange die Werbung dieses Klischee weiter so bedient mit Rolex, Autos der Nobelmarken deren Preis jenseits von gut und böse ist usw. braucht man sich auch nicht zu wundern das der Regisseur dieses Klischee aufgreift und ausbaut.
    Ich selber habe die Folge nicht gesehen und es würde mir sicher auch nicht gefallen haben.

    bis denne
    rebel

  2. Zur Bestätigung kommt heute diese Meldung über Twitter: 

    “Der Golfsport zieht mehr Premium-Sponsoren an”, http://www.exklusiv-golfen.de/news/golf-warsteiner-16714?utm_source=twitterfeed
    Worüber soll den der Normalsterbliche sich dann wundern?

  3. Guter Artikel.
    So sind sie, die Drehbuchschreiber! Klischee über Klischee. Wahrscheinlich warten die werten Schreiber noch auf keinem Golfplatz in der irrigen Annahme, sie könnten es sich nicht leisten. Die Armen.

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